Christliche Gemeinde beschäftigt sich selbst

church is busy

Christliche Gemeinden entwickeln leicht die Eigenart, sich hauptsächlich und nur mit sich selbst zu beschäftigen. Und damit ganz gut beschäftigt zu sein. Man hat so viel zu tun, sich um die Belange jedes Einzelnen zu kümmern, jedermanns Puls zu fühlen, so dass eine Gemeinde einen in sich geschlossenen Kreislauf darstellt, der sich selbst genügt aber auch versorgt.

Immerhin ist es gut und lobenswert, wenn eine Gemeinschaft von Christen sich um die Bedürfnisse ihrer Mitglieder kümmert und diesen begegnet. Die ersten christlichen Gemeindemitglieder verkauften teilweise ihre Besitztümer und gaben das Geld der Gemeindeleitung, die die Ärmeren der Gemeinde unterstützte. Ein funktionierendes Sozialsystem als Ausdruck ihres Glaubens. Und – die Gemeinde erfüllte das Gebot Jesu: Daran soll euch jedermann als meine Nachfolger erkennen: weil ihr einander mit Liebe begegnet.

Andererseits finde ich es immer bedauerlich, wenn eine christliche Gruppe nicht den Blick auf  die Atheisten, die Ungläubigen die Nichtchristen hat. Jene Leute, die die Bibel als „Tote“ bezeichnet, als Menschen, die unter dem Zorn Gottes bleiben. 

Man könnte sagen: Wer sich nicht helfen lassen will, dem ist nicht zu helfen.

(Jedoch ist das Maß des Mitwirkens derjeniger, die im Lauf ihres Lebens Christen wurden, gering. Oft war ein christliches Elternhaus da oder Freunde, die für sie gebetet und zu ihnen gesprochen haben. Manche suchten nach einem Gott und gerieten in eine Irrlehre, andere fanden den Glauben an Gott, den Vater von Jesus Christus. Es ist tatsächlich der Verdienst Gottes, wenn ein Mensch von sich sagen kann, er glaubt an Jesus Christus).

Gemeinden finanzieren meist einen Pastor und gerne auch mal einen zweiten Pastor. Dann evtl. noch einen Jugendpastor und evtl. einen Lobpreisleiter und einen Hausmeister oder Küster. So ist das im ganzen Land. Manche Gemeinden spenden Geld für Missionare in weit entfernten Ländern, die dann gelegentlich über den Erfolg ihrer Missionstätigkeit berichten – und das ist sehr gut.

Es fällt mir auf, dass sehr selten versucht wird, Missionsarbeit im eigenen Land professionell anzugehen.

Wie – dazu braucht man Geld? Dazu braucht man spezialisierte Mitarbeiter? Ist nicht jeder Christ ein Evangelist?

Ja richtig, jeder Christ ist ein kleiner Evangelist, so wie auch jeder Christ ein kleiner Pastor ist, nämlich dann, wenn er jemandem zuhört und sich um seinen Bruder, seine Schwester  kümmert. Dennoch haben die meisten christlichen Gemeinden (Ausnahme: Brüdergemeinden und wenige andere) Pastoren angestellt und bezahlt, die diese Funktion uneingeschränkt ausüben sollen. Seltsamerweise kommt kaum eine Gemeinde auf die Idee, Menschen anzustellen, die die Botschaft von Jesus Christus relevant an Menschen ohne Glauben weitergeben können. Missionare im eigenen Land.

Kann das nicht auch der Pastor machen?

Es gibt Pastoren mit einer evangelistischen Gabe, die Nichtchristen erreichen und ansprechen können. Diese Pastoren sind auch Evangelisten. Aber „es gibt“ bedeutet: Es ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Wenn Gemeinschaften – auch Firmen! –  eine gewisse Größe erreichen, neigen sie dazu, sich viel mit sich selbst zu beschäftigen, sich selbst zu verwalten, sich immer neue Aufgaben anzuschaffen, die nichts anderes bewirken, als das bisherige Unternehmen im Ergebnis unverändert, jedoch aufwändiger seine Tätigkeiten durchführen zu lassen. Es erinnert an die Bestellung eines Betriebsrats, dann eines Sicherheitsbeauftragten und eines Seelsorgers, eines Arztes und eines Hausmeisters in einer Firma mit ansonsten nur 10 Mitarbeitern. Wie gesagt: Gemeinden haben kein Problem damit, den 2. oder 3. Pastor einzustellen (bei einer Besucherzahl von auch weit unter 200 Menschen), kommen aber einfach nicht einmal auf die Idee, sich einen missionarisch begabten Dienst vor ihrer Haustür auch nur zu wünschen. Ansonsten würden sie Gott bitten, Menschen zu ihnen zu schicken, die evangelistisch unterwegs sind. Wiederum danach würden sie einen Evangelisten anstellen wollen.

Gemeinde hätte ein neues Spielfeld betreten:

Weg vom eigenen Stuhlkreis, raus aus dem kleinen Zirkel: meine Kirche und ich – hinein ins Abenteuer Evangelisation. Was ist das?

Menschen, die evangelistisch unterwegs sind, sind erstens eine Gabe. Sie haben vielleicht eine Gabe – gut auf Menschen zugehen zu können, extrovertiert gut anzukommen, vielleicht auch noch Geistesgaben, wie Worte der Erkenntnis oder Gaben der Heilungen oder Wunderwirkungen, – aber solche Menschen sind selbst eine Gabe, ein Geschenk.

Ein evangelistisch stark begabter Mensch ist eine Gabe Gottes für seine christlichen Gemeinden. Die Gemeinde ist verpflichtet, Gott zu bitten, solche Menschen zu ihnen zu schicken (….bittet Gott darum, dass er Arbeiter in seiner Ernte sendet). Wenn sie nicht darum bittet, bleibt sie fröhlich im Dunstkreis des Jetzt. Es heißt dann: Weiter so.
Wenn sie Gott bittet, wird Gott – zur Überraschung seiner Gemeinde – reagieren und evangelistische Menschen schicken, die den Horizont der Gemeinde dehnen und den Rahmen der Selbstbeschäftigung sprengen werden. Einige Dinge werden in Frage gestellt werden, Evangelisten bringen Stress.

Nun heißt Stress nicht Streit oder Missgunst oder Meinungsverschiedenheit, sondern eine andere Sichtweise: Was ist wichtig? Von einer wohlwollenden, wertschätzenden Zusammenarbeit werden sowohl  Pastor als auch Evangelist profitieren – oft genug sich kopfschüttelnd trennen. Sie sind verschieden.

Ein Evangelist ist eine Gabe Gottes für die Menschen.
Gott, ich bitte dich, dass du Evangelisten heute berufst – und dass Gemeinden umkehren und neue! Wege gehen wollen!
Danke Jesus Christus.

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