Gedanken zur Gemeindegründung

Gemeindegründung church planting

Hi ***,
Katja und ich sehen es bisserl unterschiedlich, ich bin da eigentlich ziemlich zögerlich und würde lieber nicht so gezielte Schritte in Richtung „Gemeindegründung“ machen, solange nicht wenigstens ein Dutzend Leute da sind, die das wollen, dabei auch ein paar „Zugpferde“. Irgendwie hab ich Angst vor Versuchsballons, wenn, dann will ichs richtig machen mit motivierten Leuten – aber ohne solche Leute und ohne irgendwie ein „klares Reden Gottes oder dgl“ lieber erstmal gar nicht. Ich sehe ansatzweise wieviel an einer Gemeindegründung dranhängt (und wieviel sich alleine ums Gebäude, Geld, manpower für kids, etc etc dreht) und – hart gesprochen – am Ende soll es nicht ein Abziehen / Ansammeln von Christen sein oder werden, die eigentlich alle bereits irgendwo beheimatet sind, bzw eben nach Gießen fahren. Hab eben gestern wieder eine Christin im Nachbardorf kennengelernt, die nach Gießen fährt, dort im Abendgottesdienst im Seelsorgeteam ist und berichtete, es kämen ca 300 Leute, auch viele junge Leute. Mir wäre das da trotzdem zu steif, aber die finden es gut, ich wollte die Leute nicht von der Gemeinde „wegbeamen“. Viele äußern sich interessiert und positiv, wenn sie das Wort „Gemeindegründung“ hören, aber mehr in dem Sinne, wenn ihr das macht, häng ich mich dran und komm vielleicht ein paarmal. Irgendwie bräuchte es aber Leute, die es mehr als Auftrag sehen…
Mir liegen tatsächlich nicht die Leute in Reiskirchen besonders auf dem Herzen sondern das Reich Gottes, das überall in Form von Gemeinden stark und relevant präsent sein sollte, natürlich auch hier, wo ich wohne. Es ist schon bedenklich, wenn man zum Schluss kommt, dass man 30km fahren muss, um irgendwas zu finden, das einem zusagt.
Nochmal zum Neugründungsgedanken: Es sollte hier keine Gemeinde entstehen – wie so viele – die einfach nur irgendwelche Christen absaugt und zusammenführt – meinetwegen – in neuer Form, aber keine Chance hat, einen Menschen anzusprechen / zu erreichen, der kein Christ ist. Diese „Krankheit“ haben viele, die meisten Gemeinden, -wenn man ehrlich ist – auch die Anskar Wetzlar. (Die ***Gemeinde konnte etwas besser Nichtchristen – aber auch nicht sehr gut – erreichen, aber sie schwirrt lehrmäßig im „Nirwana“, die Gießener Gemeinden sind auch hauptsächlich „inzüchtig“*….).
Irgendwie denke ich daran und finde es auch gut, den Gedanken Gemeindeneugründung erst mal ad acta liegen zu lassen, und wenn Gott das wirklich haben will, wird er durch motivierte Leute da selbst einen Neuanstoß geben. Es soll nicht mein Wunsch und Wille sein, sondern Gottes Wunsch, dann wird er auch zu Leuten reden.

Wenn es wieder das Gleiche wird, das in vielen Gemeinden abläuft – ist es nicht interessant.

Wir brauchen eine Neubelebung, die mehr ist als nur eine Erfrischung, es muss eigentlich über Vieles nachgedacht werden. Gerade bei einer Neugründung ist diese Chance hervorragend vorhanden – was könnte man wie anders machen?
Wie verhindert man Routine? Langeweile? Wie verhindert man Lobpreis teils ohne Beteiligung der Gemeinde? Leute, die unberührt in der Gemeinde / Hauskreis sitzen? Sünder, die niemals überführt werden von ihrem traurigen Weg? Keine Bekehrungen. Kaum Heilungen. Keine Umkehr, (Buß-)bekenntnisse – kein Wirken Gottes. Keine Predigt darüber. Angst davor zu predigen, es könnte „negativ reden sein“. Nur positiv predigen. Wie verhindert man ein Angst-Evangelium und bleibt trotzdem in der Ehrfurcht / Furcht Gottes? Wie ehrt man Gott richtig? Durch Glauben = Was bedeutet das? Wie kann Christsein begeistert rüberkommen. ohne gekünstelt oder aufgesetzt (ich bin ja so cool) zu sein. etc etc
Siehst du, ich hab so viele Fragen.-..

Liebe Grüße
Rolf

e-mail vom 10.02.2017

Dabei gibt es so viel Wissen…..          *“inzüchtig“*, nicht im natürlichen Sinn gemeint, sondern: „vemehren sich kaum und bleiben hauptsächlich unter sich.“

Ein Gedanke zu „Gedanken zur Gemeindegründung“

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