Gemeindeleitung: Ein Pastor frisch von der Bibelschule

bibleschool Bibelschule

So ähnlich wie man im Kaufhaus eine Jacke von der Stange kaufen kann bekommt man auf Wunsch einen Pastor frisch von der Bibelschule geliefert. Man macht eine Ausschreibung „Pastorenstelle. Jung, dynamisch, teamorientiert, erfolgreicher Absolvent einer Bibelschule oder theologischen Fakultät.“

So funktionieren landauf, landab die christlichen Gemeinden und sie leiden daran. Mehr und mehr Bibelschulen verlassen Fundamente des christlichen Glaubens, beispielsweise haben sie ein Problem damit, homosexuelle Lebensformen als Sünde zu bezeichnen. Theologische Ausbildungsstätten bringen weichgespülte Pastorenanwärter hervor, die alles Mögliche lehren von bibelkritischer Theologie über „das-ist-ja-alles-nicht-so-gemeint-Thelogie“ (die Wunder Jesu sind nur sinnbildlich zu verstehen, er tat gar keine Wunder, bla, bla) bis hin zur Lehre, dass Gott in der Bibel nicht sagt, was er meint und nicht meint, was er sagt.

Bibelschule - wohin gehen sie?
Wohin geht der Weg der Bibelschulen? Verkopfte Ausbildungsstätten, die die zukünftigen Leiter der Gemeinden dem ungeheuchelten Glauben entfremden?

Natürlich gab und gibt es immer wieder Irrlehren von bibelunkundigen Leuten, die Lehren des alten Testamentes hineingezogen haben ins 21. Jahrhundert und die Worte Jesu nicht verstehen, der sagte: „Ich aber sage Euch…“. Die Kenntnis der Schriften und die richtige Einordnung der Schriften ist wirklich wichtig. Paulus hat deswegen Timotheus ausgewählt als seinen Begleiter, weil er die Schriften von Kindheit kannte, aber auch weil er fand, dass derselbe Glaube in Timotheus war wie vorher bereits in dessen Mutter.

Jesus wählte keine Schriftgelehrten aus, sondern einfache Männer aus dem Volk, die bereit waren, ihre Arbeitsstelle aufzugeben und ihm nachzufolgen.

Sie sahen wie Jesus betete, predigte, Anstoß erregte bei den religiösen Führern. Sie lernten die Umkehrpredigt „das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen, glaubt an das Evangelium!“
Etliche Abgänger vermeintlich guter theologischer Ausbildungsstätten lehren heutzutage ohne mit der Wimper zu zucken Häresie: Ausgelebte Homosexualität sei keine Sünde oder Ehescheidung sei kein Problem, prinzipiell steht einer Wiederheirat wenig bis nichts im Wege. Obwohl Jesus über das Thema Ehebruch dermaßen drastische Aussagen machte, dass seine Jünger erschreckt sagten: „Dann ist es doch besser gar nicht zu heiraten?“

Worauf will ich hinaus?

Christliche Gemeinden sterben geistlich, weil ihre Leiter nicht brennen. Wenn die Führer eines Volkes Verführer sind, dann sind diejenigen, die ihnen folgen verloren. Und wenn die geistigen Führer der Gemeinden verführt sind, sind diejenigen, die ihnen wirklich nachfolgen verloren. Wenn es überhaupt Sinn machen soll, Bibelschulen als Zuchtstätte für zukünftige Gemeindeleiter weiterzubetreiben, dann nur, wenn echte Umkehr stattfindet, weg von einem verkopften Vollstopfen, weg von einer Anhäufung von Wissen durch Leute, die sich als schlauer gerieren als die Schreiber der neutestamentlichen Bücher selbst. Es macht keinen Sinn, zu versuchen, die Bibel in Hebräisch, Griechisch oder lateinischer Sprache lesen zu können, wenn man die Sprache der Menschen heutzutage nicht spricht. Wenn die Predigt das Herz der Menschen nicht erreicht und das Anliegen nicht die Ehrfurcht vor Gott ist, die Liebe zu Gott ist…

Wir brauchen kein theoretisches Evangelium, das theologisch und politisch korrekte Schlafbotschaft verkündigt.

Stattdessen ruft Gott Menschen zur Umkehr und in seine Nachfolge und er sagt: Gib mir dein Bestes, folge mir nach! Die Fixierung von christlichen Gemeinden, ihre Leiterschaft nur aus einer Bibelschule zu generieren hat uns dahin gebracht, dass wir landesweit ähnliche einheitliche Auslegungen über die kantigen Worte Jesu Christi hören müssen. Besser wäre ein System der Nachfolge innerhalb der Gemeinden, wo gestandene oder angesehene Leiter selbst ihren Nachwuchs generieren. Wir müssen in den christlichen Gemeinden wegkommen von einem mainstream –Evangelium, das sucht, allen wohlgefällig zu sein und bei niemandem anzuecken und ganz neu das Evangelium Jesu Christi verkündigen. Das Evangelium des Petrus, des Paulus, des Judas Thaddäus, Jakobus, des Johannes, Markus und des Lukas.

Wir müssen davon umkehren, das Ansehen der Person zu beachten:

Wenn jemand Abitur hat und geeignet erscheint und eine Bibelschule durchlaufen hat, kann er vielleicht als Jugendpastor oder als Pastor in der Gemeinde arbeiten. 

Und dann soll er mehr Managementaufgaben übernehmen als die Aufgaben, die Petrus für sich sah: Sich zurückzuziehen, um das Wort Gottes zu studieren und zu beten.

Allein diese Aussage, primär für das Wort Gottes und das Gebet Zeit zu haben, widerspricht diametral dem Ablauf von Gemeindeleitern heute, die wie Eventmanager oder Kaufleute von morgens bis abends Termine, Anfragen, Emails, Telefonate, Planungen, Treffen erledigen und am Ende der Woche wie ein ausgedrückter Schwamm eine Predigt, die allen wohlgefällig ist, halten sollen. Wenn Gott einen Menschen ruft, ihm zu dienen, dann hat er nicht die Aufgabe, allen Menschen wohlgefällig zu predigen. Wenn er Gott gefallen will, wird er Verfolgung erleiden – auch manchmal von eigenen Leuten. Die Kirchen brauchen ganz neu eine Laienbewegung, die nicht versucht, den Standard der Berufsprediger nachzuahmen, sondern die Ernsthaftigkeit und die Liebe und die Zuwendung Gottes zu seinen Menschen ganz neu unters Volk bringt und predigt. Eine Laienbewegung, die ganz bewusst Abstand nimmt zu vielen theologischen Fakultäten, Bibelschulen und dgl, die das Land tröpfchenweise kontaminiert haben mit dem Sauerteig der falschen Lehre und falschen Betonungen in ihren Ausbildungsinhalten.

Ein Gedanke zu „Gemeindeleitung: Ein Pastor frisch von der Bibelschule“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.