Routine und das Gegengift

Routine und das Gegengift

Es war ein Tag wie jeder andere, als Jesus die Schriften in der Synagoge vorlas, die an jedem Gottesdienst gelesen werden. Ein Bibeltext, eine Auslegung, die allen ein zustimmendes Nicken abrang. Bei Einigen war die Ermüdung von den Anstrengungen des Vortags deutlich erkennbar, doch plötzlich entgleisten ihre Gesichtszüge, jemand durchbrach ihre Routine. Jesus bekannte in aller Demut, dass eine Prophezeiung des alten Propheten Jesaja genau heute ihre Erfüllung fände. Sie müssten nur von ihrem Sitzplatz aufschauen und ihn ansehen, er wäre die Erfüllung dieser Prophetie.

In weniger als einer Minute stieg der Ruhepuls der Zuhörer von `normal´ auf `höchste Erregung´ – Jesus durchbrach furchtbar die Routine und den Gottesdienstablauf der Kirchgänger seines Heimatdorfes.
„Heute wurde diese Prophetie vor euren Augen erfüllt – aber für euch hat sie keinerlei Bedeutung, weil ihr nicht erkennt, dass jemand aus eurer eigenen Heimatstadt Gottes Botschaft verkündigt. Ihr beurteilt jemanden anhand seines Berufs, seines Ansehens und lehnt euch zurück in euren Sesseln zum Gottesdienstschlaf.“ *

Sonntag Morgen: Deutschland – Wer durchbricht unsere Routine?

Routine und ihr Gegengift
Die Gedanken sind gefangen zwischen der erwartbaren Predigtauslegung, dem geplanten Mittagessen und dem Ablauf eines gewöhnlichen Sonntagnachmittags. Sollte jemand diese Routine durchbrechen?

Routine ist ein tödliches Gift, das sich über die Christen und die christlichen Kirchen gelegt hat, deren Erwartungshaltung sich auf nahe Null abgesenkt hat. Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst, die Gedanken sind gefangen zwischen der erwartbaren Predigtauslegung, dem geplanten Mittagessen und dem Ablauf eines gewöhnlichen Sonntagnachmittags. Sollte jemand diese Routine durchbrechen, vielleicht sogar Gott persönlich?

Als Jesus kranke Menschen am Sabbat heilte, durchbrach er die Routine der Sabbatwächter, die den Sabbat gemäß ihrer eigenen Regelauslegung arbeitsfrei hielten. Er fragte sie direkt, ob es denn erlaubt sei, am Sabbat Gutes zu tun?

Passt Gott in unsere Routine?

Bei einer Beerdigung wird der Sarg mit dem Kopf in Richtung Grabstein abgelassen. Der Pastor hielt vorher eine Rede, die allen ans Gemüt ging und doch so erwartbar war. Einige sind erschüttert über den Tod eines nahen Angehörigen, doch ist das, was stattfindet, die gewöhnliche Routine einer Beerdigung. Die Rituale der Menschheit, die uns das Gebet murmeln lassen „Vater unser, der du bist in den Himmeln…“

Manchmal – ich denke es sind seltene Momente – passiert es, dass mitten in dieser Routine etwas da ist, was uns tief im Innern erschüttert oder freudig nachdenken lässt, ja staunen lässt. Du merkst, es ist der Allmächtige, der sich hinter diesen Worten verbirgt, du merkst, dieser Tag ist nicht ein Tag wie jeder andere, du verlässt die Position des routinierten Beobachters, des Alleswissers, begibst dich hinein in seine liebenden Hände. Eine Annahme, dass dir Gutes passiert, du merkst, da ist ein Gott, der dich liebt. Du merkst, es gibt einen Gott, der dich erschüttert und dich aus deiner Gleichgültigkeit transportiert. Du merkst, dass deine Gebete nicht umsonst gesprochen sind, dass sie erhört werden.
Du stehst auf von deinem Sitzplatz, dem immergleichen Platz, drehst dich um und stellst erschreckt fest, dass durch deinen Stuhl hindurch Wurzeln gewachsen sind. Du beginnst etwas Neues, etwas Dramatisches. Der Himmel weint (vor Freude), oder lacht er?

Es ist (D)Ein Geburtstag

Du wirst nie wieder derselbe sein, weil etwas passiert ist, was du mit deinen eigenen Worten so ausdrücken würdest: Ich weiß, dass ich weiß, dass es Gott gibt, dass er lebt, dass er mich liebt. Das ist das Extremste, dass es einen Jesus gibt, der für seine Menschen starb. Ich will nicht mehr zurück in die Routine, sondern ich will hochschauen zum Kreuz. Es ist der Anfangsverdacht, dass dort Unglaubliches passiert ist.

Die Routine der Menschen wird durchbrochen, die es sich leisten können am Kreuz niederzuknien : „Vater vergib mir, dass ich ohne dich gelebt hab. Ich will heimkommen zu dir. Ich will einen Neuanfang machen. Ich will zweifeln an meinem Unglauben und will dich ganz neu als Mitte in meinem Leben haben.“

Routine und Kreuz und das Blut Jesu
Er kniet nieder: „Ich will zweifeln an meinem Zweifel und will dich ganz neu als Mitte in meinem Leben haben.“

Auf einmal siehst du, wie ein Gespenst, ein Zombie stirbt, denn das, was stirbt, hat das Gegengift gegessen, das Blut Jesu Christi. Die Routine stirbt und Leben beginnt. Dieses Leben bringt Hoffnung und leistet es sich zu lachen. Obwohl äußerlich nicht erkennbar, gibt es doch einen gewaltigen Unterschied: Die Gewissheit, dass Gott (sichtbar, spürbar, berührbar) seine Hand vom Himmel ausstreckt.

Verlass den abgesackten Standpunkt der Routine und bewege dich auf das Niveau eines Glaubens, den ein hochflexibler Abraham hatte, der auszog in ein ihm unbekanntes Land. Er wusste nicht wohin die Reise gehen würde, aber er lebte.
Bis du tot?
Bist du lebendig? Willst du ihn kennenlernen?
Vielleicht wirst du nicht viel fühlen, dennoch weißt du, dass es wahr ist und dass er wahr ist. Glaube nicht den Stimmen, die sagen „wir sitzen alle im selben Boot“, widerstehe auch dieser Routine.

*hier nur ungefähr sinngemäß wiedergegebenen –  Text im Link.

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