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2021

Ein kratertiefes Loch

Er war die Straße entlanggelaufen auf dem Weg zwischen zwei belanglosen Tätigkeiten, die er zu erledigen hatte, als sich plötzlich in ihm ein Loch auftat, es kam mit einem Schlag – er war dem Weinen nah. Irgendwas schluchzte in ihm drin. Betroffen über sein eigenes Befinden, ob das jetzt die Vorstufen der Überlastung, des BurnOuts sind oder stimmt etwas nicht?
Ein kratertiefes Loch und ein tiefer Schmerz.

Trauer, Mitleid, grundlose Traurigkeit aus dem Nichts, einfach so ein Geschehen, plötzlich ist es da.

Er forschte in sich hinein, überlegte, was es sein könnte, worum geht es? Man kann solche Dinge auch einfach übergehen und zum Alltag oder zur Flasche Bier greifen, zur Unterhaltung mit Ernst Mosch übergehen – oder zu einem schnellen fitten Redner, der so schön herrlich hipp motiviert rüberkommt, der alle Welt zu seinem Charisma bekehren will.

Woher kommt das Loch?

Er bekam dann sehr schnell eine Idee davon: das Loch tritt ein, wenn absolut Banales mit dem Heiligsten, mit dem Höchsten, mit Gott selbst gleichgestellt wird. Oder anders ausgedrückt: wenn Gott, der Heilige mit irgendeinem Waschmittel, einer Versicherung oder sonst irgendeinem idiotischen Müll unserer kurzlebigen Gesellschaft gleichgestellt wird, wenn irgendeiner auf die Idee kommt, er könnte Gott gendern oder er könnte Gott auf seine flachen Witze herabziehen – es ist nicht so, dass Gott es nicht aushält – aber diese Gleichsetzung Gottes mit Banalem verursachte bei ihm diesen Schmerz.

Nun sagst du, diesen Schmerz muss doch Gott fühlen oder irgendein gerechter Engel, der die unrechten Taten der Menschen und ihre Worte wahrnimmt und es als Beleidigung empfindet, wenn Gott mit Steinen gleichgestellt wird oder mit Corona Medikamenten….

Oder mit dem Männchen im Buddha Tempel, das man nimmt und wirft. Gott ist nicht banal. Du kannst Gott nicht im Buddha Steinchen finden, das du dir neben die Haustür stellst, es ist eine tiefe Beleidigung Gottes. Du setzt dich hin, kniest vor ihm nieder, sprichst mit ihm, dem Stein, und er antwortet dir nicht.
Das hat Gott schon vor 3000 Jahren aufgeregt:

Kann eine Götterfigur, die ein Mensch geschnitzt oder gegossen hat, ihm etwa helfen? Sie ist ein glatter Betrug! Wie kann jemand einem stummen Götzen vertrauen, den er selbst gemacht hat? Wehe dir! Denn du sagst zu einem Stück Holz: „Wach auf!“, und zu einem toten Stein: „Werde lebendig!“ Kann denn ein solcher Götze einen guten Rat erteilen? Er ist mit Gold und Silber überzogen, aber er hat kein Leben in sich! Der HERR dagegen wohnt in seinem heiligen Tempel. Seid still vor ihm, ihr Menschen auf der ganzen Welt!             Hoffnung für Alle          (hier)

das Loch

Der Mensch beschädigt sich selbst

Der Mensch beschädigt sich selbst, er sticht sich ins Herz, er messert seine Seele mit einem gezackten Wellenschliffmesser. Er stellt Gott gleich mit etwas Banalem.
Gott ist heilig. Heilig bedeutet „abgesondert“. Er starb außerhalb der Stadt Jerusalem – abgesondert. Der Heilige für die Unheiligen. Gott der Herr für seine geliebten Menschen – für dich .

Auch du bist nicht banal, ein Stein oder irgendetwas wertloses, sondern laut den Worten Jesu viel mehr wert als viele Vögel. (hier)
Er hat für dich nicht mit Gold- oder Silberbarren bezahlt, sondern er hat sein Leben gegeben, sein Blut.

Das Besondere am Blut ist, dass es eine Sprache hat. Es spricht von der Schuld des Mörders, der sein Opfer getötet hat. Das Blut klagt an und schreit zu Gott.
Nur das unschuldige Blut Jesu Christi, klagt dich nicht an, du selbst klagst dich ja an – nein, das Blut Jesu ist für deine Freisprechung, für deine Heilwerdung da.
Das Blut Jesu argumentiert für dich in deinem Labyrinth voller Widersprüche und Gegensätzlichkeiten mit zwingenden Argumenten, die gegen dich sprechen.

Die missliche Situation in der du dich vielleicht befindest – wenn du dich drehst, drehst du einen Strick mit dir, der dich fesselt, deine Füße bindet und dir die Luft zum Atmen nimmt. Du bist über deine eigenen Fallen, deine klugen Gedanken gestolpert und brauchst nun dringend Hilfe. Aber selbst dazu bist du eigentlich uneinsichtig.

Nun siehst du diesen Stein, Buddha und denkst, er könnte dir helfen – gute Nacht – doch einmal – schau hoch vom Stein zum Felsen Golgatha, der, nach dem die Zeit gezählt wird, starb weit draußen außerhalb auf einem Hügel und rief laut in den dunklen Himmel „es ist vollbracht.“ (hier)
Merkst du in dir einen kleinen Funken Glauben? Dieser kleine Funke ist der Anfang vom Beginn eines neuen Lebens, eines neuen Daseins, eines freudigen sinnvollen Daseins, ab jetzt zählt jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, schön, dass du da bist.

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2021

die Flut und die Schuld des Menschen

Wer ist denn nun schuld an der Flutkatastrophe im Ahrtal? War es das Versagen des Katastrophenschutzes, der auf die automatisierten e-mail-Warnungen des Landesamtes für Umwelt nicht reagierte? In denen ein Pegelstand von knapp 7 Meter zwischen den ganzen anderen e-mails vorhergesagt wurde? Oder vielleicht der menschengemachte (hier) Klimawandel, der neuerdings auch für Starkregenereignisse (hier) dieser Art verantwortlich gemacht wird?
Oder die persönliche Schuld der Einwohner des Ahrtals, die eine gigantische Flutwelle als Folge des Zornes Gottes über sich selbst brachten?
Waren die Einwohner des Dorfes Schuld vielleicht größere Sünder als die aus Köln, Hamburg, München oder Berlin, die sich das Desaster am Fernsehen anschauten?

Solch eine Frage beantwortete Jesus, als ein Turm umstürzte und 18 Leute unter sich begrub. Handelte es sich um eine Bausünde? Waren die Menschen, die dabei ums Leben kamen, größere Sünder, als die Überlebenden?

Jesus, was sagst du?
Bitte etwas diplomatisch, eine passende Antwort, die unser Weltbild nicht korrigiert, bitte Jesus, sag jetzt nichts hartes:

Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr ganz genau so sterben wie diese. Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr ganz genauso umkommen, wie diejenigen, deren Blut Pilatus verrührt hat, ihr werdet ganz genau so sterben, sagte Jesus, (hier)

der schon wenige Wochen danach grausam hingerichtet wurde am Kreuz, er selbst hatte angekündigt, dass er zur Vergebung der Schuld sterben würde.

Verspottet, verhöhnt, befragt, eine zynischen Kopfbedeckung aus Stacheldraht wurde ihm in den Kopf eingedrückt, sie verbanden ihm die Augen, schlugen ihn und fragten: wer hat dich geschlagen, weissage uns doch? Ausgepeitscht bis zum geht-nicht-mehr, gezwungen, ein Holzkreuz durch das bevölkerte Jerusalem zu schleppen, bei lebendigem Leibe angenagelt, aufgerichtet, hingerichtet.

Wegen deiner Schuld, er starb für meine Schuld, er tat es für dich.

Schuld haftet wie Scheibenkleber, den man schwer von den Fingern los wird, sie führt zur Enttäuschung über sich selbst und bei denjenigen, die getäuscht werden. Versagen produziert neues Versagen. Was der Mensch sät, erntet er.
Irgendwie unerfreulich, wenn ich erkenne, dass ich mit schlechten Motiven gehandelt habe, dass ich eigennützig, habsüchtig, unvorteilhaft bin, ein Straftäter.

Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr ganz genauso sterben.

Hat die Kirche nicht etwas anderes zu sagen, trostreiche Worte, einen Rosenkranz – über Tote spricht man nur Gutes – nun helfen wir bei den Aufräumarbeiten und versuchen, aufmunternde Worte zu finden?

Doch, es war der Klimawandel, sagte Frau Merkel, allerdings unterbrochen vom Bürgermeister des kleinen Dorfes Schuld, der erinnerte, anno 1790 gab es keinen Klimawandel, aber doch auch Sturmfluten, die die Leute weggeschwemmt hatten. (hier)

Arglosigkeit, Sorglosigkeit, Leichtsinn? Einfach das Haus im alten Flusstal gebaut?

Als der Tsunami 2004 die Menschen in Khao Lak / Thailand und die Weltöffentlichkeit erschütterte war die Hilfsbereitschaft groß. Internationale Hilfe rollte an, viel Geld wurde gespendet für ein Tsunami Warnsystem und den Wiederaufbau der Häuser – tatsächlich bauten die Menschen die Gebäude noch größer genau dort am Strand auf, wo sie die nächste Flut völlig überraschend heimsuchen wird. (hier)

die Flut und die Schuld des Menschen - ist es der menschenverursachte Klimawandel?

„Es wird schon nicht passieren, bisher ist es noch immer gut gegangen.“

Wieso verwendet Jesus solche warnenden Worte?

Einige hundert Jahre zuvor wurde Ninive zerstört, eine Stadt unweit von Mossul wurde dem Erdboden gleichgemacht. Dort war der (Klima-)Warner Jona unterwegs, der den geschockten Einwohnern verkündigte, dass ihnen nur 40 Tage blieben, bis die Stadt unterginge.
Aus irgendwelchen Gründen nahmen die Niniviten die Aussagen des Propheten ernst, vielleicht weil Einer aus dem Bauch des Fisches doch gleich ein bisschen Weltuntergang im Gesicht und im Körper gezeichnet mit sich herumträgt. Ninive sollte ähnlich wie Sodom und Gomorra – vermutlich durch eine Naturkatastrophe – wegen ihrer Sünden vom Erdboden vertilgt werden. Jedoch – sie bereuten ernsthaft, dass sie sich für Gott und seine guten Gebote nicht auch nur entfernt interessiert hatten. Über Menschen und Tiere verhängten sie eine Esssperre und beteten zu Gott. Als Folge fand der angedrohte Untergang Ninives nicht statt – ein paar vergessliche Generationen später – dann doch. (hier)

Was willst du uns damit sagen? Das ist altes Testament. Das ist der strafende, drohende Gott, der Umkehr einfordert oder die Stadt in Schutt und Asche legt. Das hat eher etwas alttestamentliches, mittelalterliches? Ich dachte immer, Gott ist nur ein Gott der Liebe?
Alle Unglücke, die irgendwo passieren, sind dem Schicksal oder dem Zufall zuzuordnen oder ein immer wiederkehrender Ausbruch unserer zerfallenden Welt, die ihrem Ende entgegen geht?
Oder Satan ist es, der Böse, der die Berghänge ins Rutschen bringt, die Wassermassen über die Menschen gießt und Jesus steht im Sturm und ruft: Sei still! –

Und fragt dich – wie seine Jünger: Wo ist dein Glaube? Vorwurfsvoll – wo ist eigentlich dein Glaube? (hier)

Bei den ganzen schwierigen Fragen, die ich hier aufwürfle, ist die nach dem Glauben die wichtigste. Dass du ihn siehst, der für die Einwohner von Schuld gestorben ist, der auferstanden ist zur Rechtfertigung der Einwohner von Schuld.

dein Glaube

Der Glaube ist so leicht verletzlich, er kann eingefärbt, geängstigt oder in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Glaube an Gott ist etwas zutiefst Beschützenswertes, worauf Gott selbst acht gibt.
Er sagt zu Petrus: „Weide meine Schafe, kümmere dich um sie“.

Inmitten dieser chaotischen Thesen, die auch manche Leute aufstellen, sollte dein Glaube erschütterungsresistent in dir wohnen. Ein Gimbal gleicht die Erschütterungen aus, die die Videokamera durch die Unruhe des Filmemachers erleidet. Jede abrupte Bewegung, ein Stoß, selbst wenn jemand mit dem Mountainbike den Berg hinunter rast, wird vom Gimbal ausgeglichen. Denn es geht um die Linse, die ähnlich wie dein Glaube bewahrt werden soll vor Erschütterungen und falls es doch welche gibt, ist da dieses bewahrende, schützende Element.

….

kursiv Gedrucktes beinhaltet eher nicht die Meinung des Autors.

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2021

die Rettung des Planeten

..stellt sich die Frage, was kann jeder einzelne beitragen zur Rettung des Planeten? Corona hat die eigentliche Krise in den Hintergrund gedrängt, denn bei der Klimakrise geht es darum, ob und wie unsere Kinder noch auf der Erde leben können. Was hinterlassen wir ihnen, verbrannte Erde?

…deswegen müssen wir die Fragen von Friday for Future ernst nehmen, denn wir haben nur diesen einen Planeten und dessen Ressourcen sind endlich. Eine Eingrenzung der CO2-Emissionen in die Atmosphäre gemäß des Pariser Klimaabkommens bedeutet eine Eingrenzung des nachindustriellen Temperaturanstiegs auf höchstens 2 Grad. Gletscher verschwinden, Permafrost taut auf, Meeresspiegel steigen an.

Einsatz für die Rettung des Planeten?

Jesus Christus sprach nicht von der Rettung des Planeten, sondern von der des Menschen. Die gottlose Seele des Menschen ist in einem verlorenen Zustand, sie braucht seine Worte: „Kehre um und glaube an mich, (hier) ich gab mein Leben für dich. Ich vergebe dir und heile dich, ich bin der Anfang und das Ende (hier), gestorben und auferstanden – Jesus Christus.“

Der Planet wird nicht gerettet werden, sondern heiß schmelzen – so die Prophetie von Petrus (hier) – stattdessen wird Gott eine neue Erde erschaffen (hier), die ohne Sonne auskommt (hier) und nicht unterkühlt sein wird.

Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, würden meine Leute gegen euch kämpfen (hier). Aber es ist nicht von dieser Welt. Diese Welt wird mit Himmel und Erde vergehen, nur meine Worte werden nicht vergehen. Meine Worte sind es!! Meine Worte!!!

Menschen, die das Geschöpf höher achten als den Schöpfer, die Bäume umarmen, liebkosen und verehren und sich der Natur unterwerfen, sich aber von Gott abgewandt haben, hat er ihren Lüsten preisgegeben. – Macht was ihr unbedingt machen wollt, bitteschön. (hier) Mache es – was du unbedingt tun musst, tue es.

Die Worte von Jesus waren: Kehre um!

Gott hat sie ihren Lüsten preisgegeben, so dass sie den natürlichen sexuellen Verkehr verlassen haben und Mann mit Mann, Frau mit Frau Schande getrieben haben.

Ein Mann ist nur dann ein Mann, wenn er sich als Mann fühlt, unabhängig davon, wie er geboren wurde kann auch eine Frau ein Mann oder eine Mann ein Frau sein oder umgekehrt – Preisgabe.

Zerstörung.

Nocheinmal: Am Anfang war es nicht so. Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau!! (hier) Macht euch die Erde untertan! Esst nicht von dem einen Baum, den ich euch verboten habe.
Das tut nicht, sonst werdet ihr sterben.

Es wird sichtbare Zeichen am Himmel geben und auf der Erde vor der Wiederkunft des Menschensohns zum Schrecken der Völker: Sie werden ihn erkennen, in den sie gestochen haben, (hier) den sie verfolgt und getötet haben. Jesus kommt.

Er sucht nicht verlorene Schafe, sondern verlorene Menschen – die Schafe waren sein Gleichnis! Er verfluchte den Feigenbaum, grillte Fisch am Kohlefeuer, entließ Dämonen in Schweine, die sich panisch ins Meer stürzen: Ihm ging es um den Menschen!
Angenommen ein Mensch gewinnt die ganze Welt und beschädigt doch seine Seele, was hat er davon? (hier) Die Frage kommt von Jesus.

Wenn du den Glauben eines dieser kleinen Kinder, die an mich glauben, zerstörst, dann wäre es besser für dich, ein Mühlstein würde (vorher) um deinen Hals gehängt und du würdest damit ins Meer gestürzt….(hier)

Es geht Jesus Christus um dein Verhalten und deinen und meinen Glauben oder Unglauben.

Es geht ihm nicht um die Rettung der Bäume, der Luft und des Wassers, der Atmosphäre, der Stratosphäre und des „ewigen“ Eises – sondern es wird große Zeichen geben am Himmel – die Sonne wird verdunkeln und der Mond, die Kräfte des Himmels werden ins Wanken geraten, während geenpeace Kreisverkehre gelb einfärbt (hier) — ach, wer ist nicht für gute Luft und gutes Wasser — aber der Planet, die Menschen, die Lebenden und Toten auf diesem Planeten, um die geht es, sie werden nur einzig und alleine von Jesus gerettet.

Jesus Christus. Der Retter der Menschen!!

Kursiv Gedrucktes in diesem Artikel entspricht nicht der Meinung des Autors, sondern der des mainstreams, der „täglichen Propaganda“.

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2021

Ein kleines Herz verzeiht keine Fehler

„Ein kleines Herz verzeiht keine Fehler“, mit diesem Slogan bewirbt die Organisation Kinderherzen in einigen Städten ihr Engagement für herzkranke Kinder. Ich sah den Slogan in Köln – „ein kleines Herz verzeiht keine Fehler“ (hier) und dachte spontan – „ein großes Herz schon.“ Ein großes Herz verzeiht viele Fehler.
Das kleine Herz ist kindlich, egoistisch, auf sich selbst bezogen – nein, nicht das Kinderherz, nicht das Organ im Körper des jungen Menschen – das kleine Herz ist schnell beleidigt und fordert stete Aufmerksamkeit, sonst zieht es sich zurück. Wehe, jemand beachtet es nicht oder ein anderer wird bevorteilt, dann ist das kleine Herz schnell dauerhaft beleidigt, es verzeiht eben keinen Fehler.

Fehler werden minutiös gelistet und zur Anzeige gebracht.

Hier wird Recht gesprochen, Recht geschaffen, Recht eingerichtet, von oben nach unten getreten, von unten nach oben gesägt. Es geht darum, wer ist der Stärkere, wer gewinnt den Hahnenkampf?

Wer unter euch der erste sein will, der soll der Diener von allen sein. (hier)

Ein großes Herz ist nicht nachtragend, wenn sich jemand in der Gruppe nicht konform verhalten hat, wenn er sich daneben benommen hat, sondern integriert und deckt auch Mißgeschicke und Unzulänglichkeiten mit Liebe zu. Ein großes Herz hat weite Flügel unter denen viele kleine Versager Platz finden. Bisschen überspitzt? Es tut mir weh in welcher Art und Weise (manchmal) in Gemeinden Macht ausgeübt wird, anstatt Bruderschaft und Schwesternschaft zu leben.
Da ist es wieder, ein kleines Herz verzeiht keinen Fehler.

ein kleines Herz, a little heart
Ein kleines Herz verzeiht keine Fehler.

Grüppchenbildung in der Gemeinde. Wer gehört dazu, wer gehört nicht dazu und warum gehört er oder sie nicht dazu?
Ihr nennt mich Herr und Meister und ich bin es, (hier) bedenkt, ein Jünger ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen. (hier)

Schau dir doch an, mit wem Jesus sich abgegeben hat: Es waren sowohl die guten gediegenen Leute in stabilen Berufen, die ihr gesichertes Einkommen verlassen haben um einem nachzufolgen, der nicht wusste wo er nachts schlafen würde.
Aber es waren auch Menschen vom Rand der Gesellschaft, einer, der Eisenketten zerriss und in Gräbern lebte, eine Frau, die dann Wasser am Brunnen holte, wenn sonst keiner dorthin kam, sie also sicher sein konnte, dass sie alleine war, weil sie als Asoziale galt.
Er landete bei Berufsbetrüger Zachäus, der in der Stadt als kleiner fieser Drangsalierer bekannt war. Solch einen wollen wir nicht in unserer Mitte haben.
Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht so ganz, wie so viele unserer christlichen Gemeinden so überaus homogen sind. Ich kann es nicht verstehen.
Jesus hatte scharfe Auseinandersetzungen mit den höchsten Religionslehrern des Landes. Obwohl er in den Synagogen lehrte, trachteten sie insgeheim nach seinem Leben. Sie wollten ihn schon frühzeitig über die Klippe in den Abgrund stürzen, um ihn mitsamt seiner Widerworte zum Schweigen zu bringen. (hier)
Sergej Pauli fragt zu Recht, wer setzt sich denn für Olaf Latzel ein, ist da irgendeiner, der seine Stimme erhebt zugunsten eines Mannes Gottes, der etwas sperrig wirkt, und doch die Positionen Gottes vertritt? Ist er dir nicht elegant genug?

Aber die mit den weichen Kleidern sind an den Höfen der Könige – wen wolltet ihr denn sehen? (hier)

Wir haben uns soweit gut eingerichtet, haben uns jetzt etwas bessere Stühle gekauft, mit Polstern farblich passend zur Deko. Wir haben arrangiert, wer auf diesen Stühlen sitzen darf. Jetzt neuerdings mit Abstand – aber sowieso kommt zu uns kein Unsauberer rein, er wird nicht einmal die Sprache verstehen. Soweit alles okay finanziell, stehen im hohen Ansehen bei der Bevölkerung – und warten auf die Wiederkunft Jesu Christi.
Ja alles Ding zu seiner Zeit, Steine aufheben hat seine Zeit und Steine werfen hat seine Zeit und Steine ablegen hat seine Zeit. Alles ist zu seiner Zeit gemacht. (hier)

Der gutmeinende Mensch korrigierte Jesus Christus, als er davon sprach, dass er sein Leben geben würde. Wofür, warum? Mach das auf keinen Fall! – sagte Petrus…..“auf gar keinen Fall“ widersprach Petrus den Plänen Jesu. (hier)
Ich gebe mein Leben zur Erlösung von vielen. (hier) Die neben Jesus am Kreuz hingen, waren Verbrecher, die aufgrund ihrer Straftaten hingerichtet wurden, also Menschen wie du und ich.
Entschuldigen Sie, Sie sind ja so ganz anders.

Bei Ihnen findet sich kaum eine Sünde, die anderen sind die Schuldhaften. Deren Fehler zeigen sich röntgenbildhaft, sie heben sich dunkel vom hellen Untergrund ab. Ein kleines Herz kennt keine eigenen Fehler, kennt Fehler nur bei anderen.

Es ist ein kleines, selbstbezogenes Herz, das sich hauptsächlich um sich selbst kümmert, nach christlicher Sonderlehre hauptsächlich sich pinselt, sich liebt oder in modernerer Version – sich lieben lässt. Hier kann man einiges falsch verstehen, ich weiß, aber ich sehe eine starke Überzeichnung des fortwährenden Ich-Gepinsels.

Er lief die Straße hinunter nach Jerusalem, seine Nachfolger hinter ihm her. Er war fest entschlossen, sein Leben zu geben zur Erlösung von vielen. Es zerbrach ihren Stolz, eigentlich wollten sie mit ihm herrschen, auf Thronen jetzt schon sitzen und die Sache von oben nach unten durchregieren und dann das.
Jesu stirbt an einem Holzkreuz, verlästert, verspottet, vergibt auch dem der neben ihm hängt, verspricht ihm den Eingang ins Paradies. Und die Hyänen triumphieren, der Himmel verdunkelt sich und die Erde bebt. Das große Herz stirbt am Kreuz für die kleinen.

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2021

…über Charakter, Bescheidenheit, Grüppchenbildung und heilsames Vergessen in Teams.

Fußballtrainer Thomas Tuchel, wie er sich Teams vorstellt, dabei kommen die Themen Grüppchenbildung vor, abwertende Gesten, Demut, Bescheidenheit, Vergessen von Niederlagen und Vergessen von Erfolgen (!) – zusammenfassend geht es ihm um Charakter.

my summer video

Wollen Sie das Video sehen, klicken Sie einfach auf das Pfeilbild, justieren Sie auf den Anfang oder besser gleich hier https://www.youtube.com/watch?v=yt8UOkC8nVc&t=3s und Sie kommen zum Vortrag von Thomas Tuchel.

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2021

Wozu ein Grab bewachen?

Es war eines der hoffnungslosesten Unterfangen aber sie waren nun dafür abgestellt, das Grab eines soeben verstorbenen Hingerichteten zu bewachen, nach orientalischer Art mit einer runden Steinplatte verschlossen. Es ging darum, dass die Anhänger den verstorbenen Jesus aus dem Grab befreien könnten und nachher behaupten würden, er wäre von den Toten auferstanden, wie er ja bereits zu seinen Lebzeiten angekündigt hatte.
Deswegen dieser Dienst: Tag und Nacht einen Stein bewachen mit mehreren Kollegen in Schichten. Nun hat man als Soldat so einiges gesehen und erlebt, wie Menschen geopfert und wegen geringen Vergehen dem Tod preisgegeben werden. Sterben ist sozusagen das tägliche Geschäft eines Soldaten. So gesehen ist es ein vergleichsweise ruhiger Job, ein Grab zu bewachen. Am Grab zu stehen, am Grab auf und ab zu gehen und Ausschau zu halten ob sich vielleicht irgend ein Unbefugter nähert. Es gibt schlimmere Jobs und dennoch mutet es ein wenig seltsam an, ein Grab zu bewachen, bitteschön, man bewacht hoch stehende Persönlichkeiten, pikante Gäste, die das Land unbehelligt durchreisen können sollen, dass sie nicht von irgendeinem Gesocks überfallen werden – einen Grabstein bewachen, na gut, wenn’s weiter nichts ist…

ein Grab bewachen

Der Hauptjob ist also, die Langeweile zu vertreiben, hier wurde einer begraben, der von sich behauptet hatte, ohne Sünde zu sein. Er hatte doch tatsächlich gesagt: „Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen?“ (hier) Mit solchen Sätzen stirbt man umso schneller in einem Land, wo keiner dem anderen etwas gönnt, und die Oberen auf die Unteren einhacken wie die Hyänen. “Sein Blut komme über uns“ (hier) hatten sie gebrüllt, kopfschüttel, vor dem Grab ein Schritt hin, ein Schritt her, sich hinsetzen, aufstehen, sich gegen die Kälte der einsetzenden Nacht bewegen, die Muskeln geschmeidig halten, durchhalten bis zum Wachwechsel. Dann kommt der Kollege dran, der seinen Dienst akribisch, absolut akribisch erfüllt!

wozu ein Grab bewachen

Es braucht Akribie bei der Bewachung eines Grabsteins! Es geht darum, dass alles einfach so bleibt wie es ist! Das ist der Staus quo, das bedeutet Sicherheit! Zumindest ist dies der Auftrag eines Soldaten, diese Ordnung aufrecht zu erhalten. Hier kommt kein Unrechtmäßiger rein, geschweige denn, dass sich hier jemand nähern könnte, der sich nicht legitimieren kann.

Es gibt schon seltsame Jobs, aber wenn es sein muss, bewacht man auch einen Stall Hühner oder einen Galgen oder eben jetzt ein Grab. Warum muss es denn sein? Es ging darum, dass die Jesus-Enthusiasten vielleicht kommen würden und nachts den Stein beiseite rollen und den Leichnam Jesu herausklauen und dann behaupten würden, er sei auferstanden, darum ging es. Um das zu verhindern, dass das Volk mit fake news zugetextet wird, „deswegen schiebe ich hier die Wache“ sagte sich der gesetzestreue Vollstrecker.

Der Helm drückte im Genick, wahrscheinlich hatten sie Panik davor, dass die Jesus- Geschichte weiterginge, das ganze Volk war ihm nachgelaufen und er hatte die geistlichen Führer ziemlich hart angegriffen. „Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ – deswegen waren sie so unversöhnlich, hundert Prozent darauf geeicht, dass er sterben musste. Sogar der Hohepriester hatte prophezeit: „Es ist besser ein Mensch stirbt, als dass das ganze Volk umkommt.“ (hier)

Man kann sein Grab drei Tage lang bewachen aber sicher nicht Monate oder Jahre lang. Es ging um den dritten Tag, am dritten Tag würde er auferstehen – so hatte er gesagt. Seine Jünger würden kommen und ihn stehlen – so hatten sie gedacht, deswegen ging man auf und ab und hielt Ausschau, dass sich keiner herumtreibt beim Grab von Jesus außer eben wir hier.

Wir machen unseren Job

Wir machen unseren Job. Die Nächte sind kalt, man macht ein Feuer um sich ein bisschen zu wärmen und hält Ausschau nach niemand, man bewacht ja ein Grab, jetzt schon am zweiten Tag. Natürlich kommt keiner, wer wollte es wagen, sich uns zu nähern außer ab und zu irgend ein Tier, das durch die Dunkelheit huscht.

Dann wieder Schichtwechsel, Übergabe, das Abschreiten, nach Hause aufs Lager, am nächsten Tag wieder Schicht, ein Grab bewachen, mal ehrlich – hatte jemals ein Mensch auf dem Erdball solch einen Job, ein Grab zu bewachen, weil – „irgend jemand könnte kommen und ihn stehlen und dann behaupten, dass er lebt?“ (hier)

Aber es kam keiner, es waren nur die verqueren Gedanken dieser Pharisäer, deswegen mussten wir hier Wache schieben zusammen mit Kollegen. Steinwache, Nachtwache, Grabwache. Es gibt nichts ruhigeres, toteres als ein Grab. Ein Grab ist unbeweglich, ein Stück Vergangenheit, Erinnerung ans Leben, Totengebeine, Knochen, Reste, Erinnerungen, unerfüllte Wünsche, Träume, viel zu kurze Leben, die ihr Leben gaben. Ich soll das hier bewachen!

Der Stein war versiegelt, ich bin hier und er ist dort.
„Hörst du mich, ich bin es, der war und der ist und der kommen wird. Und ich ändere mich nicht.“
Wir wurden geblendet und fielen wie tot zu Boden und als wir wieder zu uns kamen war das Grab leer, der Grabstein war zur Seite gewälzt und es war keiner mehr drin. Meine Herrschaften, es war komplett unnatürlich, es waren nicht seine Jünger, die Erde bebte, das Grab war leer, wir wissen nicht was passiert ist. Wir stürzten zu Boden, waren ohnmächtig und der Stein war auf die Seite gewälzt als wir wieder zu uns kamen, wir sagen es ihnen wie es ist.
Sie waren die ersten Zeugen der Auferstehung Jesu Christi von den Toten und sie nahmen Geld – viel Geld — damit sie ihre Geschichte änderten, dass sie die Geschichte etwas anders erzählten zum Beispiel so: Seine Jünger kamen bei Nacht, wir waren etwas müde, sie haben den Leichnam gestohlen. Es ist dumm, was uns da passiert ist, aber so etwas kommt vor, wir waren eingeschlafen, wir hatten nicht aufgepasst. — (hier) Sie hatten viel Geld genommen für diese fake news, sie waren die ersten Zeugen der Auferstehung aber sie logen lieber ihre Lügengeschichte, die hält sich bis heute.

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2021

Die Ungesättigten

Die illustre Runde hatte sich versammelt. Sie waren zusammen gekommen, um ihrem Idol zu opfern, dem sie huldigten mit gesenktem Kopf und erhobenen Armen, sie standen im Kreis und beugten sich zur Mitte hin und opferten Tränen. Einer stand auf und rief mit glasigem Blick: „Wir müssen unsere Freiheit zurückbekommen“, mit ausgefransten Haaren sank er nieder und weinte.

Von hinten ein Aufzug von Frauen mit pink gefärbten Haaren, Abtreibung im Bauch mit rigorosen Gesichtern, die keinen Widerspruch duldeten. Sie stritten, wer am konsequentesten auf dem Weg der Welterlösung sei, sie waren die Erlöserinnen.
Auch sie trafen ein im bunten Kreis.
In der Mitte grillte dampfend Unrat, schwerer Rauch, Vögel flogen tief, Windstille.

Ehrliche Haut hatte sich ausgestreckt und die Stimme erhoben: So hat alles gar keine Zukunft, wir haben nicht genug gemacht, der Kampf ist aber noch nicht aussichtslos, wenn wir alles daran setzen, können wir es noch schaffen, können wir es doch schaffen.
Die Versöhnung findet statt zwischen den Menschen, wenn die ungebildeten kopfkranken Menschen unsere Erkenntnisse schätzen lernen, dann können Völker auf unser Niveau gehoben werden, Erlösung naht!

Einer abseits, zugewachsen von seinem Bart, wachte auf, als ehrliche Haut von der Erlösung sprach. Sein Kinn zuckte kurz nach oben. Er erkannte Merksätze und wusste, dass ehrliche Haut es aufrichtig meinte. Er nahm eine bequemere Position ein, zog die Füße aus dem Schlick und warf seinen Gummistiefel wie zur Bestätigung ins Feuer in der Mitte. Der sengte, zog sich zusammen, verformte sich zuerst nach innen, dann nach außen und sprang plötzlich in die Luft.

Santosh-Prosperous hatte seine gemäß den Empfehlungen der UN Charta gestimmte Gitarre mitgebracht. Das Lied war den zulässigen Textbausteinen entnommen, ausgehauen aus den quadratischen Friedensworten. Die Atmosphäre verdunkelte, das Lied misslang. Die Luft trug nicht den Ton.

Wer ist der Erlöser

Nimm dir noch ein Stück vom Braten, vom Schwein in der Mitte. Nimm dir noch ein Stück vom siedenden Fleisch, mach ein bisschen Rosmarin drauf, nimm ein bisschen vom Brot und trink, sei fröhlich.

Da kommt eine komische Gestalt. Ein Lehrer, ein Verwirrter, er schüttelt unentwegt den Kopf, stößt überall an, an Bäumen, Wänden, Begrenzungen, verlässt wieder apathisch das Areal.
Hinter ihm her Flughunde.

Wollen wir Würfel spielen? Die Spielregel sagt, dass, wer die höchste Zahl würfelt, er das ganze Kleid bekommt. Es ist aus einem einzigen Stück gewebt.

Einige haben sich im Rasen abgelegt, der Alkohol wirkt, die Dröhnung ist da, olalala, die Dröhnung ist da, olalala.
Ein Falke stürzt mit dreihundert Stundenkilometern zu Boden, er greift sich zielsicher die Maus.

Die Würfel fallen, das Kleid gehörte dem einzig Reinen. Er hatte von sich gesagt, er ist der Gesandte, der Erlöser.

Irgendwie braucht man solch einen Erlöser, aber ein Mädchen namens Greta kreischt aufgeregt umher und wütet, sie zerschlägt die Trommel und wirft sie ins Feuer. Die Trommel schnurrt zusammen und wird zu Gift.

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2021

Der Held

Er schwamm um sein Leben. Vor Mitternacht kenterte das Schiff, auf dem er arbeitete und er fand sich mit zwei Fischern im 5 Grad kalten Meerwasser wieder, zwei andere Kollegen hatten es nicht aus dem Schiff geschafft.

Sie waren 6 km vor der isländischen Insel Heimaey gekentert, als sich das Grundschleppnetz am Meeresboden verhakte, und sie hatten nicht genug Zeit, die Rettungsboote zu lösen. Zu dritt schwammen sie in Richtung Insel, mit einem Leuchtturm als Richtungsanzeiger. Wassertemperatur 5 Grad, Lufttemperatur 3 Grad. Schon nach kurzer Zeit war Gudlaugur Fridthorsson alleine im Wasser unterwegs, bei den meisten Menschen versagen bei solch kaltem Wasser die Systeme, die Unterkühlung wird zu stark, jedoch profitierte Gudlaugur von einer außergewöhnlichen Fettstruktur seines Körpers und seinem Überlebenswillen. Er sprach mit den Möwen und schwamm Kilometer um Kilometer 6 Stunden lang 6 Kilometer durchs kalte Wasser bis er schließlich Land erreichte, wieder ins Wasser zurückkehren musste, weil die Klippen zu steil waren und an geeigneter Stelle wie ein Tier in nassen Kleidern in 3 Grad kalter Luft das Land erkletterte, mit nackten Füßen auf schroffem Vulkangestein brauchte er noch 2 Stunden bis ins nächste Dorf, wo er dann zusammenbrach.

Ist er ein Held? Er rettet einfach nur sein Leben.

Von dort brachte man Gudlaugur mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus und stellte außer einer leichten Unterkühlung und ein paar Schnittwunden an den Füßen keine wesentlichen Schäden bei dem Überlebenskämpfer fest. Nur hielt man es für ausgeschlossen, dass er 6 Stunden geschwommen sein konnte im kalten Wasser. Er musste sich vertan haben, wohl übertrieb er, dachte man, doch fand man das Wrack tatsächlich in solch einer Entfernung und bat ihn, an wissenschaftlichen Versuchen teilzunehmen. Er setzte sich in 5 Grad kaltes Wasser zusammen mit geübten Schwimmern, die das Kältebad nach wenigen Minuten verlassen mussten, teils zitternd, teils schreiend, aber Gudlaugur konnte sich darin akklimatisieren.

Die Geschichte ging durch die Presse und Gudlaugur wurde zum Helden hochstilisiert, jemand der etwas schier Menschenunmögliches geschafft hatte, man nannte ihn den Helden von Island.

Gudlaugur verstand das nicht, er sagte: Ich hab doch nur mein Leben gerettet.

Ich habe doch nur mein Leben gerettet.

Er hatte etwas Unglaubliches getan, um sein Leben zu retten, aber er hatte nur sein Leben gerettet. Es war sein Überlebenswillen. Im Wasser hatte er mit den Möwen gesprochen und sie gebeten, Hilfe zu holen, sie flogen über ihm. Er konnte nur schwimmen, schwimmen, schwimmen. Er wollte nicht sterben, er wollte sein Leben retten.

Ich finde diese Geschichte (hier und hier) berührend und wenn du einmal in Lebensgefahr warst, dann weißt du, wofür du dankbar bist, wenn du irgendwie entkommen bist und dennoch lebst. Wenn dann irgendein Schlaumeier daherkommt und dich einen Helden nennt, weißt du: Ich wollte einfach nur leben.

Er irrt im Nebel, findet den Weg, rutscht über ein Schneefeld, ist er ein Held?

Ich hatte mich in den Bergen verlaufen bei einer gewissen Nebelbildung. Ich rutschte ein Schneefeld hinunter, kam irgendwann zum Stillstand und wusste nicht mehr, wohin ich gehen sollte. Überall sah es unangenehm steil aus. Also zurück – einen anderen Weg suchen: Gott hilf mir! Gott hilf mir. Ein paar Stunden später war ich unten und in Sicherheit, ich war kein Held, aber ich wusste, es gibt einen, der sein Leben gelassen hat für seine Freunde, bzw ich war damals noch sein Feind.

Er war ein Held. Er hat nicht sein Leben gerettet, sondern er hat es gelassen. Er war nicht sowieso todgeweiht, verkrebst, depressiv, sondern er hat sein Leben gegeben: Ich habe Vollmacht, mein Leben zu lassen und es wieder zu nehmen.

Jesus hatte Vollmacht, sein Leben wieder zu nehmen. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.

Die Karriere eines „Helden“ ist interessant, wenn der vermeintliche Held sagt: „Ich hab nur mein Leben gerettet. Ich wollte einfach nur überleben.“ Wenn der, den sie hochstilisieren, ehrlich wird! Und am besten, demütig auf den zeigt, der ihm in der dunklen Nacht durch den nicht gangbaren Weg geholfen hat.

Hier wäre eigentlich Platz, dass DU deine Lebensgeschichte erzählst, dass du mir sagst, was dir passiert ist, und was du überlebt hast, wo einige sagen würden: Oh, du bist ein Held, aber du würdest sagen, ich wollte einfach nur weiterleben und ich weiß: Gott war da und hat mir geholfen. Etliche sind gestorben – sie können diesen Text hier nicht lesen – aber lasst uns als diejenigen, die leben, Gott erkennen durch diese Krisen hindurch, denn

der Zweck, dass wir hier sind ist der, dass wir ihn anbeten, dass wir seine Taten bekannt machen, dass wir ein Stück von dem vermitteln, was seine Größe ist, wie groß er ist und wie geheimnisvoll schön er ist.

Es gibt Menschen, die steigen herab von ihrem Thron und gehen die Stufen herunter, tiefer, tiefer, bis sie auf dem Boden ankommen, ich würde sagen auf dem Boden der Tatsachen. Sie sehen den Tatsachen endlich ins Auge, werden lebensfähig und demütig.

Und es gibt Gott, der vom Thron herabstieg indem er Mensch wurde, aussah wie ein Mensch, fühlte wie ein Mensch, lebte wie ein Mensch, jedoch war der Sohn Gottes herabgestiegen vom höchsten Thron und als Mensch sollte seine Treppe weiter nach unten gehen.

Glaubst du an ihn?

Natürlich ist er ein Held, du brauchst ihm nicht auf die Schulter zu klopfen, glaubst du an ihn? Willst du jetzt glauben?