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2021

Ein kleines Herz verzeiht keine Fehler

„Ein kleines Herz verzeiht keine Fehler“, mit diesem Slogan bewirbt die Organisation Kinderherzen in einigen Städten ihr Engagement für herzkranke Kinder. Ich sah den Slogan in Köln – „ein kleines Herz verzeiht keine Fehler“ (hier) und dachte spontan – „ein großes Herz schon.“ Ein großes Herz verzeiht viele Fehler.
Das kleine Herz ist kindlich, egoistisch, auf sich selbst bezogen – nein, nicht das Kinderherz, nicht das Organ im Körper des jungen Menschen – das kleine Herz ist schnell beleidigt und fordert stete Aufmerksamkeit, sonst zieht es sich zurück. Wehe, jemand beachtet es nicht oder ein anderer wird bevorteilt, dann ist das kleine Herz schnell dauerhaft beleidigt, es verzeiht eben keinen Fehler.

Fehler werden minutiös gelistet und zur Anzeige gebracht.

Hier wird Recht gesprochen, Recht geschaffen, Recht eingerichtet, von oben nach unten getreten, von unten nach oben gesägt. Es geht darum, wer ist der Stärkere, wer gewinnt den Hahnenkampf?

Wer unter euch der erste sein will, der soll der Diener von allen sein. (hier)

Ein großes Herz ist nicht nachtragend, wenn sich jemand in der Gruppe nicht konform verhalten hat, wenn er sich daneben benommen hat, sondern integriert und deckt auch Mißgeschicke und Unzulänglichkeiten mit Liebe zu. Ein großes Herz hat weite Flügel unter denen viele kleine Versager Platz finden. Bisschen überspitzt? Es tut mir weh in welcher Art und Weise (manchmal) in Gemeinden Macht ausgeübt wird, anstatt Bruderschaft und Schwesternschaft zu leben.
Da ist es wieder, ein kleines Herz verzeiht keinen Fehler.

ein kleines Herz, a little heart
Ein kleines Herz verzeiht keine Fehler.

Grüppchenbildung in der Gemeinde. Wer gehört dazu, wer gehört nicht dazu und warum gehört er oder sie nicht dazu?
Ihr nennt mich Herr und Meister und ich bin es, (hier) bedenkt, ein Jünger ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen. (hier)

Schau dir doch an, mit wem Jesus sich abgegeben hat: Es waren sowohl die guten gediegenen Leute in stabilen Berufen, die ihr gesichertes Einkommen verlassen haben um einem nachzufolgen, der nicht wusste wo er nachts schlafen würde.
Aber es waren auch Menschen vom Rand der Gesellschaft, einer, der Eisenketten zerriss und in Gräbern lebte, eine Frau, die dann Wasser am Brunnen holte, wenn sonst keiner dorthin kam, sie also sicher sein konnte, dass sie alleine war, weil sie als Asoziale galt.
Er landete bei Berufsbetrüger Zachäus, der in der Stadt als kleiner fieser Drangsalierer bekannt war. Solch einen wollen wir nicht in unserer Mitte haben.
Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht so ganz, wie so viele unserer christlichen Gemeinden so überaus homogen sind. Ich kann es nicht verstehen.
Jesus hatte scharfe Auseinandersetzungen mit den höchsten Religionslehrern des Landes. Obwohl er in den Synagogen lehrte, trachteten sie insgeheim nach seinem Leben. Sie wollten ihn schon frühzeitig über die Klippe in den Abgrund stürzen, um ihn mitsamt seiner Widerworte zum Schweigen zu bringen. (hier)
Sergej Pauli fragt zu Recht, wer setzt sich denn für Olaf Latzel ein, ist da irgendeiner, der seine Stimme erhebt zugunsten eines Mannes Gottes, der etwas sperrig wirkt, und doch die Positionen Gottes vertritt? Ist er dir nicht elegant genug?

Aber die mit den weichen Kleidern sind an den Höfen der Könige – wen wolltet ihr denn sehen? (hier)

Wir haben uns soweit gut eingerichtet, haben uns jetzt etwas bessere Stühle gekauft, mit Polstern farblich passend zur Deko. Wir haben arrangiert, wer auf diesen Stühlen sitzen darf. Jetzt neuerdings mit Abstand – aber sowieso kommt zu uns kein Unsauberer rein, er wird nicht einmal die Sprache verstehen. Soweit alles okay finanziell, stehen im hohen Ansehen bei der Bevölkerung – und warten auf die Wiederkunft Jesu Christi.
Ja alles Ding zu seiner Zeit, Steine aufheben hat seine Zeit und Steine werfen hat seine Zeit und Steine ablegen hat seine Zeit. Alles ist zu seiner Zeit gemacht. (hier)

Der gutmeinende Mensch korrigierte Jesus Christus, als er davon sprach, dass er sein Leben geben würde. Wofür, warum? Mach das auf keinen Fall! – sagte Petrus…..“auf gar keinen Fall“ widersprach Petrus den Plänen Jesu. (hier)
Ich gebe mein Leben zur Erlösung von vielen. (hier) Die neben Jesus am Kreuz hingen, waren Verbrecher, die aufgrund ihrer Straftaten hingerichtet wurden, also Menschen wie du und ich.
Entschuldigen Sie, Sie sind ja so ganz anders.

Bei Ihnen findet sich kaum eine Sünde, die anderen sind die Schuldhaften. Deren Fehler zeigen sich röntgenbildhaft, sie heben sich dunkel vom hellen Untergrund ab. Ein kleines Herz kennt keine eigenen Fehler, kennt Fehler nur bei anderen.

Es ist ein kleines, selbstbezogenes Herz, das sich hauptsächlich um sich selbst kümmert, nach christlicher Sonderlehre hauptsächlich sich pinselt, sich liebt oder in modernerer Version – sich lieben lässt. Hier kann man einiges falsch verstehen, ich weiß, aber ich sehe eine starke Überzeichnung des fortwährenden Ich-Gepinsels.

Er lief die Straße hinunter nach Jerusalem, seine Nachfolger hinter ihm her. Er war fest entschlossen, sein Leben zu geben zur Erlösung von vielen. Es zerbrach ihren Stolz, eigentlich wollten sie mit ihm herrschen, auf Thronen jetzt schon sitzen und die Sache von oben nach unten durchregieren und dann das.
Jesu stirbt an einem Holzkreuz, verlästert, verspottet, vergibt auch dem der neben ihm hängt, verspricht ihm den Eingang ins Paradies. Und die Hyänen triumphieren, der Himmel verdunkelt sich und die Erde bebt. Das große Herz stirbt am Kreuz für die kleinen.

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