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2020

Die Täter, die Heuchler und die auf der Treppe sitzen und zuschauen.

Die Täter, die Heuchler und die auf der Treppe sitzen und zuschauen.

Eine kleine Gruppe emsig arbeitender Leute, die Holzplatten schrauben, montieren, ans Objekt anhalten, anpassen und der Sache noch einmal den letzten Schliff geben und die Arbeit dann mustern, sie scheinen mit ihrem Job ganz zufrieden zu sein, sie machen es gerne.

Dann gibt es die Heuchler in genau derselben Firma, die hier arbeiten aber du siehst nur ihre Hülle, die Bewegungen – ihre Gedanken, ihre Wünsche, ihr ganzes Wesen ist eigentlich nicht dabei. Du siehst sie, aber sie tun nur so als ob, sie wollen optisch der Erwartungshaltung genügen, die an sie gestellt wird. Man kann auch nicht so schnell eine Stelle wechseln und es sieht doch gut aus, hier dabei zu sein. Man wird doch immer mal gelobt am Ende des Tages, es gibt Ehre und Euros aufs Konto. Von irgendwas muss man leben.

Zehn mal innerlich gekündigt, aber dennoch nicht weggegangen. Sie sitzen in der zweiten und dritten Reihe, blockieren den Raum, manche wurden nach ganz oben gespült, leblose Hüllen.

Könnte nicht ein Hausmeister vorbeikommen oder irgendein Aufräumer, der diese Sargnägel einsammelt, der die Asche zusammenkehrt? Der das Leblose aus der Aula entfernt?

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2016

Pharisäer

Vereinzelt höre ich die Meinung, dass doch die Pharisäer zur Zeit Jesu diejenigen waren, die wirklich versuchten nach Gottes Willen zu leben. Lesezeit 4 min   Ich meine: Weit gefehlt.

Direkt bei der Taufe des Johannes geht es los. Die Pharisäer „gaben Gott nicht recht“, indem sie sich nicht taufen lassen wollten. Sie hätten gleichzeitig ihre Sünden bekennen sollen. – Das lag ihnen nicht.

Das etwas unreligiösere Volk von Jerusalem und ganz Israel dagegen stand Schlange bei Johannes, sie ließen sich taufen und bekannten ihre Sünden. Sie gaben Gott somit recht.