Blick auf die besonderen Logenplätze in d er Oper - Blogthema "Jesus sei unser Gast" ähnlich wie in der Oper, wo jemand in der Loge sitzt und szuschaut.

Komm Herr Jesus, sei du unser Gast

“Komm Herr Jesus, sei du unser Gast und segne alles, was du uns bescheret hast”, ist das Tischgebet meiner Kindheit und unserer Gegenwart. Nicht, dass es noch häufig gebetet würde, es wird selten gebetet. Stattdessen die Gebete “Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt oh Gott von dir, wir danken dir dafür” und viele andere.

Faktisch haben wir dieses alte Gebet aber immer noch verinnerlicht und ausgedehnt auf unser Leben: Jesus Christus soll der Gast unseres Lebens sein und rundum alles segnen – ja sogar sehr segnen und unser Gebiet weit machen – alles segnen, was sowieso von ihm kommt, letztlich und endlich.

Wir geben ihm die Ehre zurück.

Jedoch soll er uns nicht zu nahe kommen, denn ein Gast überschreitet gewisse Grenzen nicht, ist anwesend aber nicht bestimmend, nicht der Chef.

Jesus, segne unsere Versammlungen, die wir auch prophetisch – denn wir kündigen sie ja bereits vorher an – “Gottesdienst” nennen, sei bei uns, denn es wird Abend werden.

Und es ist Nacht. Stockdunkel. Hier und da Kerzchen.
Leuchten.
Leuchtfeuer?

Ist irgendwo ein Leuchtfeuer, der Leuchtturm.

Jesus Christus, sei du unser Gast und segne alle unsere Aktivitäten, die wir in deinem Namen, ja in deinem Namen, unternehmen.

Segne unseren Eingang und unseren Ausgang – wir erheben uns zum Segen.

Schaut Jesus zu, als drittbeteiligter Zuschauer, so wie der Gärtner, den Maria nicht erkannte?

Ich stelle diese Frage wieder und wieder, funktioniert unser Christsein, unsere Gemeinden, alles was wir machen, eigentlich auch ohne oder mit etwas weniger Jesus?

Mit einem gedämpften Jesus?
Dem abgedämpften heiligen Geist, der sehr wohl noch da ist, aber eben gedimmt.

Dafür die Liturgie am Schiebregler hochgezogen. Das gibt es in allen Varianten: Selbstkritisch, “wir sind alle Sünder,” überschwänglich, wir feiern Jesus, klatschen und / oder hüpfen, weinend, weil wir immer weinen und wenn wir nicht geweint haben, war es kein gutes Gebet und keine gute Veranstaltung, kühl rational, weil wir keinesfalls irgendwas mit Emotionen – Gott bewahre – zu tun haben dürfen. Jede Kirche hat ihre Liturgie.

Jede Kirche. Ich kenne keine andere.

Ist Jesus da, du siehst, ich stelle immer wieder dieselbe Frage, ist er da, hat er das Wort und hören wir ihm zu oder drängen wir ihn auf die Seite und hören, was unser Papst sagt, der quasi ein Apostel, ein Gesegneter des Herrn ist, denn alle anderen leben ja nicht mehr unter uns.

Da ist kein Petrus mehr, der ständig das Unerwartete tat und dafür die Eisenkette im Justizvollzug kennenlernte, bis er nachts, als er dachte, er träume, durch Jerusalem spazierte: Gefangenenbefreiung.

Kein Paulus und Silas, kein Johannes, kein Bartholomäus, ja es ist zum Weinen.

Unser Papst der Neuzeit: Ist es John Piper oder die nach Hause zu Jesus gegangenen Francis Schaeffer, John Mc Arthur oder John Stott, Luther, Spurgeon, Wesley, Bonhoeffer, Packer, Keller, Billy Graham, Hudson Taylor….

Wie heißen die Heiligen, die quasi wie eine Aufreihung von Zeugen um uns sind, einer lebt noch, die anderen sind gegangen.

Sie sind gegangen.

Sie dienten Jesus unter dem Einsatz ihres Lebens, ihres guten Rufes, egal was andere über sie sagen würden und der Gegenwind war da!

Sie hatten Widerstand aus der eigenen Kirche, der eigene damalige “Papst” widersprach ihnen, sie kämpften, litten, gingen weiter, sie wollten Jesus dienen um jeden Preis.

Jesus Christus hatte ihnen eine Lampe anvertraut, die mit etwas Öl brannte, er hatte versprochen, weiteres Öl nachzuliefern (das Öl wird nicht ausgehen) und sie gingen damit in die festgefahrenen Strukturen des Tagesablaufs vom Essen und Trinken, Arbeiten, Ruhen, Schlafen und Wachen, krank sein und gesund sein.

Und schütten ihr brennendes Öl dorthin.
Sie verschütteten ihr angezündetes Öl und sahen, wie es brannte.
(Für die Falschversteher, kein natürliches Öl, sondern sie folgten dem Geist Gottes, dem Heiligen).

Sie brannten selbst und zündeten Feuer an.

Nicht als die neuen Päpste.
Nicht, dass sie die neuen Päpste würden, sondern

Diener Jesu.

Als solche achten sie darauf, dass niemand anderes verkündigt wird, als

Jesus.

Wen verkündigst du?

Wer ist dir wichtig, der Erste, der Letzte?

Ist er Herr in deinem Leben oder heute, weil es ein Wochentag ist – wieder Gast?

Dein freier Tag, deine Freizeit.

Dein freies Leben.

Er presst dich nicht wieder in in die Schemata ein, die die Päpste für dich vorgesehen haben, dass du seelenlos roboterhaft agierst, sondern er hat dich zur Freiheit befreit.

Du hörst ihn, er kennt dich, er liebt dich, er liebt uns.

Lass uns die alten Gemäuer einreißen, die Jesus Christus strukturell – ja, das ist wirklich strukturell – in die Ehrenloge setzen, wo er empathisch zuschauen soll. “Schaut Jesus ist heute zu Gast, da oben sitzt er, willkommen”.

“Wir geben ihm jetzt mal alle einen Applaus, Jesus ist auch da!”

Befremdet mich jedes Mal, macht mich gar manchmal traurig.
Vielleicht bin ich ja auch gestört, aber mich befremdet es immer, wenn Jesus applaudiert wird, mögen sie von ganzem Herzen klatschen.
Von ganzem Herzen springen. Mögen sie es tun, aber tue es mit deinem ganzen Herzen.

Mach die Liturgie weg, die ihn ausgrenzt zum “er ist auch da”.

Ach übrigens: Jesus ist auch da.

Lasst uns nachdenken, still werden, laut werden, weinen, still werden, laut werden, nachdenken, weinen.

Wir kehren zusammen um, lass uns zusammen umkehren und zurück zu ihm gehen, zu Jesus Christus, er ist wirklich und wahrhaftig

AUFERSTANDEN!!!

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