Es ist die immergleiche Arbeit an jedem Tag – schaffe den Lehm herbei, schaufle ihn aus dem Kübel, drücke ihn in die Ziegelform, fülle sie bis zum Rand, streiche das Ganze mit der Kelle glatt – die Produktion des handgearbeiteten Ziegels.
Du kennst den Job in- und auswendig, machst Handgriffe halbautomatisiert, die Gedanken sind beim Arbeiten teils woanders, beim Gestern, bei der Frau, bei den Kindern, dem was dir eigentlich Spaß oder auch Sorgen macht. Dein Job ist dein Broterwerb, du hattest kaum eine Wahl, denn dadurch hast du – tatsächlich – Fleisch, Brot, Gemüse und ein Dach über dem Kopf. Wenn auch nicht sehr viel mehr.
Hier arbeitest du wie deine Vorfahren vor dir auch schon, wie dein Ururgroßvater. Du kennst es nicht anders. Ihr wart alle Angestellte bei dieser Firma. Man dient ihr, vielmehr man dient ihm, denn er ist nicht nur Arbeitgeber, sondern er ist ein festes System, das einen leben lässt.
Darauf stoßen wir mal eben an, es ist nicht Gold, das glänzt, aber besser als nichts. Klar bleibt die Seele leer, es ist auch nur ein Job, man verkauft sich irgendwie als Leibeigener für die Brötchen, wird dafür noch gering geachtet als eine Arbeitseinheit im Wirtschaftsmodell, ein minikleines Rädchen im großen System.
Ganz oben sind die Tutanchammuns – ein Pharao, der seit Jahrzehnten gottgleich angebetet zu werden wünscht.
Seit Jahrhunderten.
Über 400 Jahre diente Israel dem König und dessen Sohn, dessen Sohn, wiederum dessen Sohn, rechne über ein Dutzend Menschengenerationen zurück und du kommst an den Anfang der ganzen Geschichte. Heutzutage findest du dein Leben normal, weil du es nicht anders kennst.
Du dienst dem Pharao und dessen Nachkommen, wahrscheinlich würdest du sagen – seit Menschengedenken.
Dinge verfestigen sich im Lauf von 400 Jahren, man hinterfragt nicht mehr, was man tut, man tut es, weil man es schon immer so getan hat. Israel brannte vierhundert Jahre lang Ziegel in Ägypten, bis den Ägyptern klar wurde, dass die Hebräer eines Tages rein zahlenmäßig überhand nehmen würden. So erließen sie das Dekret, die männlichen Neugeborenen der Israelis direkt nach der Geburt zu ermorden, später dann, im Nil zu ersäufen. Das kam zusätzlich zur harten Maloche als Sahnehäubchen obendrauf.
Stell dir vor, deine Herkunftsfamilie und danach du selbst wären ungefähr seit der Zeit Luthers, seit ca 1600, Generation um Generation mit Haus und Hof immer im selben Beruf nur in diesem Land.
Hier lebst du, hier arbeitest du für die Herrscherklasse, die dich unterdrückt, aber dieses Leben gibt dir Einkommen, irgendwie auch Lebenssinn, Grillfleisch, eine feste Struktur, deinen Lebensunterhalt. Es ist nicht herausragend, im Gefüge bist du nicht mehr als ein Niemand – jedoch kannst du es nicht ändern, solange keine goldenen Passports vom Himmel regnen, die einem das andersartige Leben als Privilegierter ermöglichen.
Am Hof des Königs lebt es sich tatsächlich anders, man sieht das Unglück der einfachen Leute von ferne, wie sie schuften, sich ameisengleich oder wie tätige Bienenvölker zwischen den Rauchsäulen emsig hin- und herbewegen, um ihr Gewerk zu verrichten.
Die Gedemütigten.
Am Hof des Königs prüft man die von erfahrenen Köchen kunstvoll aufgetischten Speisen. Die Seele wird emotional berührt, wenn sich die Zangen des angerichteten Hummers noch bewegen, oder war es aufgrund der zugefächerten Luft? Jedenfalls sah es aus, als lebte das Meerestier noch und äugte übers Bankett….
Ein Totgeweihter aus dem Untermenschenvolk wurde von der Königstochter (sic) adoptiert und großgezogen, wollte jedoch im weiteren Verlauf seines Lebens aus Gründen lieber zum geschmähten Volk Gottes als zur Adelsfamilie gehören. Im Alter von 40 Jahren distanzierte er sich von der prominenten Familie, weil ihm klar wurde. “Ich gehöre tatsächlich zu einer ganz anderen Familie”.
Nach kumuliert 400 Jahren Arbeit – was bringt deine Arbeit im Endeffekt, was erwirtschaftest du summarisch am Ende deines Tuns? Der Gedanke, etwas ganz anderes zu tun, als was die Vorvorväter schon immer getan haben. “Komm mir nicht mit etwas neuem, wir haben immer so gelebt und geglaubt. Wir dienen dem Moloch, was willst du von uns?”
Ich gehöre zu einer ganz anderen Familie.
Sie waren faktisch Berufene des einzigen und höchsten Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat und sich dem Propheten Abraham vorstellte als “Ich bin, der ich bin.”
Sein Anspruch, dass sie – wer sind sie – wer bis du?? — ihm alleine dienen sollten.
Sie brannten die Ziegel, stampften den Lehm, schlachteten Lämmer, aßen nach den Regeln, heirateten, bekamen Kinder und blieben relativ arm. Natürlich fanden sie dieses Leben weit besser, als gar kein Brot in der Wüste zu haben.
Die von Gott Berufenen lebten ihr Leben zwischen dem Dreck und den Öfen, den Formen, den Ziegelstapeln und der immer schnelleren Produktion des Materials bei sich verlängernden Transportwegen, denn der Lehm musste immer weiter zur Verarbeitung herbeigeschafft werden.
Wie geht es dir und wie geht es deiner Frau und deinen Kindern? Und wenn dich einer anruft, das Bisherige zu verlassen, aus dem gewohnten – du nennst es “Zuhause” – in ein neues, unbekanntes Land zu ziehen, um dort Gott zu dienen. Verlasse deinen Job, verlasse deine Denkweise, deine Handgriffe, deinen PC, der hochfährt während du an der Tasse nippst, deine Tränen wegen deines Schicksals.
Mose wuchs am Hof desselben Königs auf, von dem er ultimativ im Namen Gottes forderte, “lass mein Volk auswandern, damit sie Gott in der Wüste dienen.” Entlasse sie – sie gehören faktisch nicht dir, sondern sie gehören einem anderen.
Gott rief die Israelis, ihm in der Steinsandginsterwüste zu dienen, hier sind kalte Nächte und heiße Tage normal. Durch diese Wüste hindurch wollte er sie in ein fruchtbares Land führen, das mit “Milch und Honig überläuft” Zum Zeichen der göttlichen Autorisierung Moses gegenüber Pharao wird das Nilwasser blutig mit stinkenden toten Fischen darin.
Lass meine Leute ziehen!
Kannst du dir vorstellen, einen lange eingeschlagenen Weg zu verlassen, den niemand von deiner Familie kennt, woran du selbst nicht (mehr) gedacht hast?
Die erste der zehn Plagen verlief blutig. Nach neun weiteren heftigen Plagen, resignierte der Pharao und bat die Israeliten, das Land zu verlassen.
Die letzte, zehnte Plage lief folgendermaßen ab.
2. Mose 11
Darauf sagte der Herr zu Mose: »Noch eine einzige Plage will ich über den Pharao und über Ägypten kommen lassen; dann wird er euch von hier ziehen lassen, ja er wird, wenn er euch bedingungslos entlässt, euch sogar gewaltsam von hier wegtreiben. Sag dem Volk, dass jeder, Männer und Frauen, sich silberne und goldene Wertsachen von ihren Nachbarn und Nachbarinnen erbitten.« Der Herr stimmte dann die Ägypter günstig gegen das Volk; auch stand Mose in den Augen der Diener des Pharaos und des ägyptischen Volkes als ein großer Mann da. Hierauf sagte Mose: »So hat der Herr gesprochen: ›Um Mitternacht will ich mitten durch Ägypten schreiten; dann soll jede Erstgeburt in Ägypten sterben, vom erstgeborenen Sohn des Pharaos, der auf seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Handmühle sitzt, auch alle Erstgeborenen des Viehs. Dann wird sich ein großes Wehgeschrei im ganzen Land Ägypten erheben, wie es noch nie dagewesen ist und nie wieder stattfinden wird. Aber gegen keinen Israeliten, weder gegen einen Menschen noch gegen das Vieh, soll auch nur ein Hund ein Knurren hören lassen, damit ihr erkennt, dass der Herr eine Scheidung zwischen den Ägyptern und den Israeliten macht.‹ Dann werden alle diese deine Diener zu mir herabkommen, sich vor mir niederwerfen und bitten: ›Ziehe weg, du und das ganze Volk, das deiner Leitung folgt!‹, und danach werde ich wegziehen.« Hierauf ging (Mose) vom Pharao weg in glühendem Zorn. Der Herr hatte aber zu Mose gesagt: »Der Pharao wird nicht auf euch hören, damit meine Wunder in Ägypten zahlreich werden.« Alle diese Wunder hatten Mose und Aaron vor dem Pharao vollführt; aber der Herr verstockte das Herz des Pharaos, dass er die Israeliten nicht aus seinem Land ziehen ließ.
weiter ab 2. Mose 12,3
Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich jeder ein Lamm, für je eine Familie ein Lamm; und wenn eine Familie zu klein für ein ganzes Lamm ist, so nehme er mit seinem nächsten Nachbarn eines gemeinsam nach der Zahl der Seelen! Ihr sollt auf das Lamm so viele Personen rechnen, wie zum Verzehr erforderlich sind! Es müssen fehlerlose, männliche, einjährige Lämmer sein; von den Schafen oder von den Ziegen sollt ihr sie nehmen. Bis zum vierzehnten Tag dieses Monats sollt ihr sie verwahren; dann soll die gesamte Gemeinde Israel sie zwischen den beiden Abenden schlachten!
Hierauf sollen sie etwas von dem Blut nehmen und es an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle der Häuser streichen, in denen sie die Mahlzeit halten. Sie sollen das Fleisch noch in derselben Nacht essen, und zwar am Feuer gebraten, und dazu ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen. Ihr dürft nichts davon roh oder im Wasser gekocht genießen, sondern am Feuer gebraten, und zwar so, dass der Kopf noch mit den Beinen und mit dem Rumpf zusammenhängt! Ihr dürft nichts davon bis zum anderen Morgen übriglassen, sondern was davon bis zum Morgen übrigbleibt, sollt ihr im Feuer verbrennen. Auf folgende Weise sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, eure Schuhe an den Füßen und euren Stab in der Hand; und in ängstlicher Hast sollt ihr es essen: ein Vorübergehen des Herrn ist es. Denn ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten schreiten und alle Erstgeburt in Ägypten sterben lassen, sowohl der Menschen als auch des Viehs, und ich will an allen ägyptischen Göttern ein Strafgericht vollziehen, ich, der Herr! Dabei soll dann das Blut an den Häusern, in denen ihr euch befindet, ein Zeichen zu eurem Schutz sein; denn wenn ich das Blut sehe, will ich schonend an euch vorübergehen, und euch soll kein tödliches Verderben treffen, wenn ich den Schlag gegen das Land Ägypten führe.«
……
Um Mitternacht aber ließ der Herr alle Erstgeburten im Land Ägypten sterben, vom erstgeborenen Sohn des Pharaos an, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Kerker lag, auch alle Erstgeborenen des Viehs. Da stand der Pharao in dieser Nacht auf, er und alle seine Diener und alle übrigen Ägypter, und es erhob sich ein großes Wehgeschrei in Ägypten; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter gelegen hätte. Da ließ er noch in der Nacht Mose und Aaron rufen und sagte: »Macht euch auf, zieht aus meinem Volk hinweg, sowohl ihr als auch die Israeliten! Geht hin und dient dem Herrn, wie ihr gesagt habt! Nehmt auch euer Kleinvieh und eure Rinder mit, wie ihr gesagt habt: geht hin und bittet auch für mich um Segen!«

Auch die Ägypter drängten das Volk zu schleunigstem Aufbruch aus dem Land; denn sie dachten: »Wir sind alle des Todes!« Da nahm das Volk seinen Brotteig, noch ehe er gesäuert war, ihre Backschüsseln, die sie, in ihre Mäntel gewickelt, auf den Schultern trugen. Die Israeliten hatten die Weisung Moses befolgt und sich von den Ägyptern silberne und goldene Wertsachen sowie Kleider erbeten; und der HERR hatte dabei die Ägypter gegen das Volk günstig gestimmt, so dass sie ihnen das Erbetene gewährten; und so plünderten sie die Ägypter aus. Dann brachen die Israeliten von Ramses in Richtung Sukkoth auf, ungefähr 600.000 Mann zu Fuß, die Männer allein, ungerechnet die Frauen und Kinder. Auch viel zusammengelaufenes Volk zog mit ihnen, dazu Kleinvieh und Rinder, eine gewaltige Menge Vieh. Aus dem Teig aber, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, backten sie (unterwegs) ungesäuerte Brotkuchen; denn er war ungesäuert, weil man sie aus Ägypten vertrieben und ihnen keine Zeit gelassen hatte; daher hatten sie auch für keine Wegzehrung sorgen können. Die Zeit aber, während welcher die Israeliten in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Jahre; und nach Ablauf dieser 430 Jahre, und zwar an eben jenem Tage, zogen alle Heerscharen des Herrn aus dem Land Ägypten weg. Das war eine Nacht des Wachens für den Herrn, damit er sie aus Ägypten wegführe; eben diese Nacht ist dem Herrn geweiht als ein von allen Israeliten für alle ihre künftigen Geschlechter zu beobachtendes Wachen.
In Kurzform: Gott tötete alle männlichen Erstgeborenen in Ägypten, ausgenommen der Familien, die das Blut eines fehlerlosen einjährig geschlachteten Lamms seitlich an die Türpfosten und die Oberschwelle gestrichen hatten und dieses Lamm nachts verspeisten. Angesichts massenhaft toter Söhne bat der oberste Unterdrücker dringendst, die Israelis sollten sein Land und ihre Arbeit verlassen, die Ägypter gaben ihnen Kleidung und Gold mit, damit sie gingen und ihrem Gott in der Wüste dienten. Nur sollten sie auch an ihn – den Pharao – im Gebet denken.
Das Blut eines geschlachteten Lammes, an beide Seiten der Türpfosten und die obere Türschwelle gestrichen, rettete. Das Blut des fehlerlosen Lammes rettet um Mitternacht das Leben. Dann der Auszug aus Sklavenland. Verlasse das Bisherige, verlasse den gestampften Lehm, ziehe aus den Strukturen weg und betrete das Neuland, geleitet vom ewigen – liebenden – Vater. Nicht mehr der ausbeutende Sklaventreiber, sondern Gott, der dich liebt.
Die Parallele: Das Blut Jesu Christi, das Lamm Gottes, so wird er von Johannes dem Täufer genannt. (Heutzutage vergießt du kein Blut) Jesus Christus blutete, er bezahlte Lösegeld, damit du glaubend aus der Herrschaft des anklagenden Sklavenhalter gerissen bist.
Glaubst du? Jesus Christus: ‘Folge mir nach”.
Bibelzitate nach Menge Übersetzung, leicht revidiert von Rolf Oetinger.

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