Die zweite Chance


Eigentlich hast du dein Leben gelebt, die Chancen vertan, die Entscheidungen getroffen von denen dir doch einige im Nachhinein leid tun, aber du kannst es nicht ungeschehen, nicht rückgängig machen. Du würdest gerne dein Leben noch einmal leben und dann an den entscheidenden Punkten, wo du versagt hast, anders abbiegen.

Du bräuchtest so etwas wie eine zweite Chance. Eine neue Chance – wie jemand, der dir genau jetzt entgegenkommt und dich herzlich umarmt, und mit seinen dich umarmenden Händen die Schuld deines Lebens abstreift und dir nebenbei noch gleich den Schmerz abnimmt.

Kannst du Dinge wiedergutmachen, kannst du Szenen deines Lebens zurückspulen, ungeschehen machen? Kannst du die Szenen, die bis in deine Kindheit zurückgehen, noch einmal hochladen, nachbearbeiten wie man ein Bild am Computer verändert? Kannst du das?

Schau dir die Stationen deiner Schmerzen an: Es sind die Stationen deines Lebens. Du hast gehofft, dass dir jemand zu Hilfe käme, aber da war keiner, deine Stimme ist trocken und kalt verhallt.

Missbrauchserfahrungen, die so sehr schmerzen, dass sie sich in körperliche Schmerzen verwandelt haben, Schmerzen einer Mutter, die immer nur das Beste ihrer Kinder will, doch Schmerzen manifestieren sich in ihrem eigenen Körper. Schmerzen eines Mannes, dem alle von Gott mitgegebenen Attribute abgesprochen wurden, sie haben dich verletzt und du hast reagiert und irgendwas in dir ist vernarbt, du kannst es nicht ungeschehen machen, kannst die Zeit nicht zurückdrehen, eigentlich bräuchtest du unter ganz anderen Umständen nochmal eine neue, zweite Chance.

Schlussendlich denkst du, du hast nicht nur dich selbst, sondern auch Gott enttäuscht oder du bist davon enttäuscht, dass alles so passiert ist, wie es passiert ist, warum hat Gott es zugelassen?
Wo war er, als der Krebs sich manifestierte und ein Leben zerstörte bis zur Unkenntlichkeit, wenigstens das, was wir hier auf der Erde sehen…..
Wo war er, als der Schmerz tief in mich hineingriff? Wo war er, als ich mich entschied, alles rechts und links hinter mir zu lassen und die Flucht nach vorne anzutreten? Und jetzt stehe ich atemlos da, keuchend, wer bin ich?

Gibt es so etwas wie eine zweite Chance?

Das alte Gleis endet, Gott ! gibt dir eine neue zweite Chance

Er hatte mich unwillkürlich umarmt, dabei sah ich, dass er am Hals vernarbt war. Und seine Schulter knackte, als er seinen Arm um mich legte und die Sünden vergab. Was ich in dem Moment nicht sehen konnte, waren seine Hände, die sich erlösend auf meinen schweren Rücken, auf die Last meiner Seele gelegt hatten.

Mir tat alles so leid, so weh — ich sah faktisch keinen Ausweg — da war er da, seine Augen einerseits Wärme bezeugend, jedoch wie aus einer anderen Welt, aus dem Jenseits zu uns gekommen, so blickte er mich an, mich als Kind dieser Zeit.

Ich war ein Opfer, ein ganz gewöhnliches Opfer von Haltungsschäden, Fehlernährung gemischt mit Unwissenheit. Die Haltungsschäden waren die Überreaktion, die Fehlernährung war der Dünkel, so etwas ähnliches wie krankhafte Einbildung und die Unwissenheit war das Gefangensein in der Zeit, im Jetzt, im Hier und die Kleinlichkeit.
Ich war ein kleines gemeines, zusammengesacktes Opfer, krank und erbärmlich, gefühlte Schuld und zweifelsohne echte, benennbare Schuld.

Was macht Schuld mit uns?

Wir sehnen uns nach nichts anderem als nach einer zweiten Chance.

Wieder diese Umarmung, die mich berührt und erreicht, Hände umarmen mich. Dieser liebende Gesichtsausdruck, Narben überall im Gesicht. Narben — er muss tot gewesen sein, so viele Narben. Muss sein Leben bereits gelebt haben, diesen Körper verlassen haben, er ist nicht von dieser Welt. Gibt es so etwas, gibt es eine zweite Chance?
Sehnst du dich danach, ist es einfach nur ein Wunschtraum? Würdest du so gerne und hättest du so gerne, aber es liegt außerhalb des Möglichen, es ist alles nur ein Traum?

Und dann tritt er wieder näher an dich heran und sagt dir: Kind, sieh was ich für dich bezahlt habe, was ich für dich erlitten habe, sieh meine Hände, fass sie an. Siehst du sie, die Narben, die Wunden? Sieh die Seite meines Körpers, kannst du sie sehen, deine Schuld ist darin bezahlt worden. Glaubst du, dass es für dich eine neue zweite Chance gibt?

Er schaute mich tief und eindringlich an, ich sank auf meine Knie. “Ja Herr, ich glaube”, noch einmal schaute er mich an – tief und eindringlich, seine Blicke trafen mich. Als er wegging, war er immer noch da, etwas brütete und lagerte sich über mir, etwas, das nie wieder weggehen sollte, ich glaubte, ja ich glaube an ihn, den auferstandenen Christus.

Komm folge mir nach.


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