Es betrifft dich ja nicht

Vor 3 Monaten lies Mr Xi Yinping das allererste der zehn Gebote Gottes ersatzlos streichen, man darf es nicht mehr in Kirchen aufhängenohne eine Strafe zu riskieren. Der höchste Repräsentant der chinesischen Republik fühlte sich eingeengt durch Gottes „ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben“. Er verbot es schlechterdings aufzuhängen oder auszuhängen. Was würdest du machen, wie reagieren? Abhängen? Hängenlassen – nun, es betrifft dich ja nicht.

Heute gestand der Prediger in meiner kleinen Nachbarkirche, dass er bei der Predigtvorbereitung oft damit beschäftigt ist, bei Textstellen, die ein „muss“ enthalten oder „du sollst“, über eine Abschwächung in Richtung „du kannst“ nachzudenken. 2019 `muss´ man nicht, sondern man fühlt etwas, das richtig ist – „für mich ist es richtig, jetzt gerade ist es das Richtige, ich fühle mich gut dabei und werde von Theologen darin bestätigt“.

In Großbritannien wurden vor 2 Jahren extreme Straßenprediger verurteilt, weil sie Menschen öffentlich provozierten mit einer Höllenbotschaft, dass Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben, unweigerlich in ein ewiges Gericht Gottes geraten – sie wurden zu einer Geldstrafe verurteilt. Du würdest so etwas nie machen, es betrifft dich also nicht.

Die Kirche hat verstanden, dass Umweltschutzthemen wichtig sind und viele Leute davon angesprochen werden. Man tut Gutes und trifft sich wieder beim Retten des Planeten, beim Hinterlassen einer guten Erde für unsere Kinder anstatt verbrannter Erde, Plastikerde, Smog, Wasser, Erdöl sind Themen, die Leute berühren. Man soll die Leute da abholen, wo sie sind. Und wohin sollte man sie führen? Wenn nicht zur Erde.

Asche zu Asche.
Sie sind blinde Blindenleiter. Lasst sie!
Lasst die Toten ihre Toten begraben, folge du mir nach.
Jesus Christus.

Vor ca 3 Monaten wurde eine Österreicherin verurteilt, den falschen Propheten Mohammed nicht einen „Pädophilen“ nennen zu dürfen. Es entspräche einer Beleidigung der Religion des Friedens, weswegen ihr diese Aussage vom österreichischen und vom europäischen Gericht bei Strafe untersagt wurde. Nun, es betrifft dich nicht. 

it does not affect you

In New York, der Hauptstadt des Westens, wurde das neue Abtreibungsgesetz gefeiert, das nun Abtreibungen bis zum 9. Monat zulässt, wenn die Mutter sich bei der Schwangerschaft in schweren psychischen Problemen (krank) sieht. Die Hochhausgebäude schalteten nachts das Licht ein, das Volk auf der Straße war happy, ein Ziel erreicht auf dem Weg zur Befreiung. Der Westen freut sich, die Befreiung vom Althergebrachten findet tatsächlich statt. Feierlaune.

Es werden große Zeichen am Himmel zu sehen sein, bevor Jesus Christus wiederkommt.

Iraner werden Christen in großer Zahl und strömen in die Kirchen seitlich vorbei an den Deutschen, die auf den Weihnachtsmärkten den Glühwein genießen hinter Betonpollern und Maschinenpistolen und Videokameras, sie heben das Glas und stoßen an. Hinten am Ende der Fußgängerzone die Kirche, das Kreuz, die alten Mauern, die schönen Gebäude. Prost.

Ein Tusch.

Ein neuer Führer wird vereidigt, sie werden ihn lieben. Er wird Frieden bringen auf die Welt, er wird charismatisch sein, wortgewandt, sensibel, multibegabt, tolerant und zusammenführend. Er wird die Streithähne an einen Tisch bringen und sie werden sich die Hände reichen und schütteln zum Friedensgruß. Zum Appell.

Bist du dabei? Es betrifft dich.

Er wird angebetet werden, verehrt, erhoben, hoch erhöht. Aber seine Zähne blitzen und sein Schwert und seine Augen und Worte lügen.

Und dann wird er kommen, sie werden ihn sehen, in den sie gestochen haben, die Völker werden wehklagen, wenn er kommt in den Wolken mit sehr großer Macht.

Und er wird seine Menschen zu sich nehmen, seine Leute. Betrifft dich?

Es wird sein wie bei den 10 Jungfrauen, die alle auf ihren Bräutigam warteten und fielen vor Müdigkeit in einen tiefen Schlaf. Bis um Mitternacht das Geschrei ertönte.

Mein Nachbar wollte noch 10 oder 15 schöne Jahre nach der Rente erleben, dann ist es schon gut, sagte er. Er hielt sich fit und joggte sogar. Derzeit hat er die Diagnose Hirntumor zu bewältigen, bzw seine Frau. Es betrifft dich und mich nicht.

Denn du bist gesund und fit. Und hast so viel Zeit.

Wenn Einer kommt und sie schlagen wird, ihnen wehtut, sie frech anlügt und verletzt, wenn einer ein Betrüger ist, ein Böser, Hinterhältiger, der vorne schön spricht – ihm werden sie folgen. Sie werden ihm folgen.

Wie kam man ein Holzkreuz akzeptabel machen für eine eilige, fortschreitende Gesellschaft, die ihre Kinder verbrennt, äh abtreibt, ansonsten unschuldiges Blut nicht an den Händen kleben sehen will. Sie sagen, sie haben keine Schuld, drehen sich elegant zur es betrifft dich sehr wohl

Seite, sie wenden sich ab vom Kreuz, dem Ort wo die Schuld zur Anklage kommt, wo Zielverfehlung ein für alle mal hingerichtet wurde in einer menschlichen Person, dessen Name dich errettet aus dem Wahn. Bedenke, was er für dich tat. Er starb am Kreuz, blutete schuldlos für deine Sünden.

Wie heisst er? Wie ist sein Name?

Wen würdest du beauftragen?

Du willst einen 30 Meter hohen Sendeturm bauen, allerdings sind rundherum Gebäude. Die Standsicherheit des Turms muss gewährleistet sein. Wen würdest du beauftragen, die Arbeiten durchzuführen? Würdest du den Mann fragen, der Hecken, Rasen und – immerhin – Bäume schneidet?
Würdest du den polnischen Maurer fragen, der schon viele Mauern in kurzer Zeit hochgemauert hat und sie stehen alle noch? Oder den Brunnenbauer, der dieselbe Strecke in die Tiefe tagtäglich bearbeitet. Er kennt sich darin aus und jetzt ist es ja quasi dasselbe umgekehrt?

Würdest du einen Arzt konsultieren – immerhin ein 1-er-Abi-Mensch – wie man einen 30-Meter Turm windstabil, erdbebensicher hinstellt? Das örtliche Bauunternehmen? Oder würdest du einen Spezialisten suchen, der stets und ständig solche Türme auch höher aufbaut, der die nötigen Zugfestigkeiten des Stahls kennt und kennen muss, der weiß, wie der Beton des Fundaments mit dem Stahl des Turmaufbaus verbunden werden muss, ein Kenner der Statik und Baudynamik.
Würdest du jemandem vertrauen, der beruflich weltweit solche Türme aufbaut und du könntest ihm bei seiner Arbeit zusehen, schaust einfach seinen letzten Turm an, den er aufgebaut hat, er steht unweit und er steht sicher. Es ist eine Profiarbeit, eine komplett professionell – vorsichtig, umsichtig, vorausschauend, akkurat geplante – durchgeführte Arbeit. Top job.

Wem würdest du diesen Auftrag geben?

Würdest du den Job dem Metzger geben oder dem Turmbauspezialisten? Was würdest du tun?

Wer soll dir helfen, wen hättest du gerne?
Jemand, der sich auskennt oder einen, der herzu läuft und sagt, er könnte das eventuell machen, er hat auch schon Krane aufgebaut, Dächer gedeckt, – immerhin – Schornsteine aufgebaut, Zierrasen gelegt, Einfahrten gepflastert oder geschottert.

Würdest du einen Maler beauftragen deinen Turm zu bauen?

Aber du hast ein anderes Problem , die Aufgabe ist benannt, dir hilft nicht irgendjemand, nicht irgend ein Dahergelaufener, der sagt, dass er es ist, dass er was kann….Du brauchst keine Selbstfalscheinschätzer, Irrende, Seiltänzer, Möchtegerne.
Du suchst und brauchst absolute Kompetenz!

Dir nützt nichts die Empfehlung – Schwarzarbeiter Rudi aus der Scheinstraße zusammen mit seinem Sohn und seiner Frau. Selbst vierzig Mann auf einmal aus dem Team Wir-machen-alles sind für dich keine Hilfe. Denn das Problem ist nicht fehlende man-power.

Wenn du nur genug machst, ist dir geholfen. Wenn du dich bemühst und rotierst wie ein Kreisel – aber so wird kein standfester Turm da hingestellt.

Würdest du den Bäcker fragen oder die Mangelstube? Den Notar oder vielleicht den Versicherungsmenschen? Wen würdest du fragen?

Wenns drauf ankommt, an wen wendest du dich? Wer ist für dich zuständig?

Kompetenz?

Glaubst du an absolute Kompetenz, dass derjenige, der dich geschaffen hat, Bescheid weiß? Dass er dich und Menschen wie dich bis ins Allerinnerste durch und durch erkennt, ja kennt? Kann er dir helfen?

Von wem lässt du dir helfen?
Gehst du zum Seelenklempner oder zum Psychodoktorpillenverschreiber, bitteschön, ich bin kein Medizin-Abrater – noch einmal:
Wohin gehst du?

Seine Rezepte sind Heilung: Vergib und dir wird vergeben werden! Entlass´ andere endlich aus ihrer Schuld! Vergib – und nur dann wird dir vergeben werden.

Aufatmen.

Wo willst du hin? Zu welchem Spezialisten rennst du? Wer ist dein Arzt und Helfer? Auf wessen Worte hörst du? Hörst du?

Die Weisheit ruft laut auf der Straße und lässt ihre Stimme hören auf den Plätzen. (Bibel, Sprüche 1:20, Luther 2017)

Höret, so werdet ihr leben. (Bibel, Jesaja 55,3 Luther 2017)

Iraner

„Können Sie mir sagen, wo es eine christliche Gemeinde gibt? Eine Kirche?“ Mit diesen Worten wurden wir begrüßt. „Ja, da ist eine Gemeinde hier im Ort, die übersetzen die Predigt auf Kopfhörer in ihrer Sprache und nachmittags ist da sogar eine iranische Gemeinde, die sich hier trifft.“
Sie strahlen mich an, als hätte ich ihnen 20 Tage schönes Wetter und einen vorderen Platz bei einem Staatsempfang versprochen. Die Freundlichkeit ist überwältigend und anrührend. Wir geben Ihnen ein „Incil“ (neues Testament) in Farsi, manche küssen die Schrift oder halten sie kurz an ihr Herz, die Iraner reagieren sehr freundlich.
Nicht alle, aber sehr viele, auffällig viele.
Seit 2015 kommen Hunderttausende ins Land, Syrer, Afghanen, Iraker, Somalis, Nigerianer, Eritreer, Albaner, Mazedonier, Tschetschenen, Algerier, Marokkaner, Sudanesen, Türken UND Iraner. Iraner finden zu Jesus Christus.
„Ich bin Muslim“ ist der typische Standardsatz, den wir auf der Flüchtlingsstraße regelmäßig hören, wenn wir ein Lukas- oder Johannes-Evangelium anbieten in der jeweiligen Landessprache. Wir treffen Menschen an, die gerade mal 2-3 Tage im Land sind, manche auch bereits Wochen und Monate. „I am muslim.“ „Das Incil ist auch für Muslims“ erklären wir freundlich und sieben von zehn Muslims nehmen das heilige Buch gerne an, manche auch mit einer gewissen Unsicherheit….

Wer ist der fremde Mann, der mir hier mitten auf der Straße eine Jesus-Schrift anbietet, was will er von mir. Wer sind diese Leute. „Von welcher Kirche seid ihr?“ „Werdet ihr dafür bezahlt?“ „Könnt ihr mir helfen, ich brauche Hilfe in meinem Asylverfahren. Ich habe morgen mein Interview, ich hoffe, dass es gut laufen wird.“

Deutschland ist das Land der Hoffnung geworden für viele aus allen Ländern weltweit. Die Tore stehen offen, die Wege sind bekannt, für alles gibt es einen Anwalt oder eine Beratung oder jemand, der dir einen Tipp gibt, wie es weitergehen kann. Die Verfahren ziehen sich zwar ins Endlose, aber inzwischen bekommst du etwas zu Essen und ein Taschengeld oder vielleicht auch mehr. Schon nach wenigen Monaten verbessert sich die Versorgung für viele, so dass sogar die Gefahr entsteht, Neuankömmlinge daran zu gewöhnen, dass man hier auch ohne Arbeit ganz gut leben kann. Diese Entwicklung läuft auch schon lange bei deutschen Leuten falsch.

Nach den Greueltaten des islamischen Staates hatte ich eigentlich gehofft, dass Muslime, die nach Deutschland kommen, die Schnauze gestrichen voll haben von ihren Imamen, den bärtigen Seelentreibern, die mit dem Koran in der Hand den Tod über jedermann bringen, der ihnen nicht Ergebenheit heuchelt. „I am muslim“ ist jedoch immer noch der Standardsatz. Auf meine Nachfrage nach den muslimischen Übeltätern in Syrien oder anderswo erklären mir die Muslims „das sei die Politik“. Sie verorten das „jeder gegen jeden“ in Syrien als politisches Machtspiel und nicht als den ganz gewöhnlichen Auswuchs ihrer Koranschule.

Jedoch es ist, als ob Gott eine Tür aufgemacht hätte. Und ich rede nicht von offenen Grenzen oder Schiffspassagen, 8000-Euro teuren Einreiserouten über die Türkei, Serbien, Algerien, manchmal mit dem Flugzeug, manche zu Fuß, manche mit dem Bus. Ich rede nicht von den Türen des Erstaufnahmezentrums oder einer Kirche, sondern von einer Tür, die Gott geöffnet hat: Sag mir was du willst, ich hab es monatelang, über ein Jahr beobachtet, nachgefragt, abgewägt, auch die Nachrichten gelesen, dass manche Iraner sich nur deswegen taufen lassen, weil sie sich eine bessere Position im Asylverfahren versprechen – das alles gibt es – es ist eine Sehnsucht bei vielen Iranern nach dem Christentum, nach Informationen (sic!) über den christlichen Glauben, sie wollen eine christliche Kirche besuchen. „Wo gibt es hier eine christliche Kirche?“ Sie nehmen ein neues Testament in ihrer Sprache an, als hätten sie einen 50- Euro-Schein bekommen (Zitat T.H.). Wie gesagt, nicht alle Iraner, aber auffällig viele Iraner zeigen ein starkes oder sehr starkes Interesse an Jesus Christus und seiner Lehre und seiner Kirche und seinen Worten.

Herr Müller käme über die Straße – dein Nachbar: „Ich habe Sie lange nicht gesehen, bei dem Wetter ist man eben mehr drinnen, es ist kalt – sagen Sie mir, wo ist hier eine christliche Kirche, ein Gottesdienst?“ – Undenkbar. Gott kann es tun, aber es ist bei deutschen Menschen derzeit „nicht drin“.

Iranische Frauen, iranische Männer, die den Iran verlassen haben, wollen vielfach auch vom Koran nichts, nichts, nichts mehr wissen. Gar nichts. Sie sehnen sich regelrecht nach den Worten Jesu. Das ist beinahe unglaublich.

Ich war und bin manchmal noch skeptisch. Aber ich nehme es hin. Ich bin nicht gegen eine Bewegung Gottes. Wir kennen es nicht. Es mutet uns schier unglaublich an, dass dich jemand am Arm anfasst und fragt, – „gibt es hier eine Kirche“?

Kein McDonalds. Keine Spielothek, keine Wurstbude, nein, eine Kirche.

Kurz nach dem Krieg müssen die Kirchen im Land hier voll gewesen sein. War es so? Es gab mal einen Wilhelm Busch und einen Gerhard Bergmann, die die Worte Gottes lautstark in Hallen und Zelten verkündigten und die Bude war brechend voll. Es flossen Tränen, ja es gab Entscheidungen, Gnade.

Kurze Zeit später ist das Feld leer, Sand weht über die Düne, die Düne wandert, ein Schlangenloch, eine Kaktee, war da mal was? Wind bläst, verweht Sand wie er will. Wo ER will. Gott will.

Iraner – sollten iranische Familien, Männer oder Frauen in deiner Nachbarschaft neu zugezogen sein, riskiere doch mal, Ihnen ein Incil-Teil in „farsi“ anzubieten – mail mich an (rolf.oetinger at googlemail.com), ich schick dir ein paar Stück zu. Es ist so etwas wie der Zeitpunkt Gottes, den Theologen „kairos“ nennen, der Zeitpunkt, wenn
Gott auf seine Uhr schaut und sagt „jetzt“!
Es hat etwas, was einen wie mich zum Staunen bringt, ich fasse es irgendwie nicht, freu´ mich und hoffe auf Nachhaltigkeit. Es gibt so viele Gründe und Argumente, warum etwas so abläuft und nicht anders, dass die Iraner ihre Religions- und Sittenwächter so satt haben. Aber erklären kann ich es nicht anders als so:
Gott sei die Ehre, dass Menschen diese geöffnete Tür wahrnehmen und zum Leben hinein marschieren. Sie gehen seitlich vorbei an vielen Deutschen. Es ist so.